Ein Seufzer von der Coachin

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Gerade poppte auf dem Gesichtsbuch meiner Ex-Co-Coachin ein berechtigter Seufzer auf. Was ist nur aus diesem ehemals so ehrgeizigen Projekt geworden. Schwungvoll, engagiert, lustvoll, ja man möchte fast „im Herzen jung“ rufen, startete vor rund einem Jahr mein Wenigerwerden. Und es raste so rasant, dass ich es selbst kaum glauben konnte. Fast 20 – in Worten „zwanzig“ – Kilo hatte ich bis Mitte September über den fettigen Jordan weichen lassen. Ich aß perfekt, rannte wie Forest Gump durchs hügelige Allgäu, durchs heiße Bamberg und den regenstürmigen dänischen Ostseestrand entlang. Hach, was war ich stolz.

Dann kam der große Schnitt. Job- und Ortswechsel. Raus aus dem Allgäu, rein in die bayerische Landeshauptstadt. Und plötzlich gab es nur noch IHN. „ICH“ stand plötzlich nicht mehr für mein eigenes Wohl sondern für den Inneren ChweineHund. Er ist so präsent wie nie und hat sein Körbchen direkt auf meiner Wampe platziert. Und wer sagt mir nun, wie ich ihn wieder verjagen kann?

Aber wie denn auch? In München gibt es kein solch schönes und gesundes Betriebsrestaurant wie ich es gewohnt war. Statt dessen steht mal wieder der Baumarktimbiss nebenan im Mittelpunkt meiner Nahrungsaufnahme. Abends erblicke ich mein trautes Heim erst zum Vorabendprogramm wenn Dunkelheit sich über das winterliche Firmament gelegt hat. Zu spät, um aktiv zu werden. Und wenn ich nach getanem Tagwerk meinem Büro entfleuche, reicht die Neugier auf das neue Münchener WW-Center nicht aus, um den Ruf meines Sofas zu überlagern.

So tänzelt meine Masse seit Monaten um die 97 herum. Mein Stolz beschränkt sich darauf, dass ich immerhin konsequent den Uhu-Status verteidige. Anfang Dezember hatte ich mich ja wieder mal in ein nahe gelegenes Treffen getraut, aber das war nix. Die Stimmung dort ließ mich wehmütig an das Kemptener Team zurückdenken und im neuen grünen Teilnehmerbuch prangte ein Wert, der mir immer nur zubrüllte, wie weit ich von meinem alten Erfolg weg war – und bin.

Vielleicht fehlt mir die Kemptener Gesellschaft, vielleicht das liebliche Allgäu. Vielleicht ist es mir auch einfach nur zu kalt und zu eisig. Manchmal wachte ich sonnenbeschienen auf und rief „Juchhe! Blauer Himmel! Raus an die Luft, mal sehen ob ich’s noch kann…“, aber immer wieder fand ICH eine Ausrede. Vereiste Wege, vorausgesagter Nieselschnee, anstehende Hausarbeit, Bauchschmerzen, Abwaschen, Einkaufen, Wein trinken, ein Atom spalten.

Jetzt geht wieder ein Monat zu Ende. Der Februar ruft. Vielleicht auch ein wenig Frühlingshaftes? Wir werden sehen. Aber ich höre auf, hier herumzugrölen, dass es nun wieder bergauf oder besser bauchab gehen wird. Keine falschen Versprechungen. Irgendwann geht’s bestimmt wieder weiter. Aber nur ICH weiß wann. Wenn irgendjemand Lust verspürt, mir mal wieder kräftig in meine Rückseite zu treten, der ist hiermit herzlich eingeladen. Nur zu!

So, und jetzt schmor‘ ich mir eine Paprika. Habt Geduld mit mir…

6 Gedanken zu “Ein Seufzer von der Coachin

  1. Da erzählte mir nun heute erst ne Freundin, das Sie auch in das WW Center in M gehen möchte, du hast ihre Nummer von mir für den M Start bekommen. Vielleicht könnt ihr eure Schweinehunde dorthin gemeinsam ausführen

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  2. Hier kommt ein großer Tritt – der Frühling naht und die Motivation steigt. Zwei Stationen eher aussteigen und schnellen Schrittes nach Hause eilen, wo ein leckeres Abendessen wartet.
    Der Tritt kommt aus Hessen und wird wohl stark genug sein 🙂
    Lieben Gruß, mach weiter!

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  3. Ich wünsche Dir viel Erfolg bei Deinen Plänen und drücke Dir die Daumen, dass es jetzt im Frühling besser funktioniert, immerhin lockt doch schon ein wenig die Sonne.

    Ich selbst bin auch ein wenig übergewichtig und muss täglich ein wenig schauen, dass ich nicht zuviel esse. Aber gut, das ist ein anderes Thema.

    Ich bin hier gelandet, weil ich eine Frage zur Berechnung der Weight Watchers-Punkte habe und Dein Blog bei Google auftauchte – natürlich neben ganz, ganz vielen anderen.

    Ich habe einen Artikel gefunden, wo eine Formel zur Berechnung vorgeschlagen wird, allerdings finde ich die ganz schön kompliziert, aber mir ist das lieber, als eine endlose Liste mit Punkten, wo eh kaum alles Platz findet. Ich hoffe, ich kann den hier angeben, manche Blogger mögen das nicht, aber ich will ja nwenigstens zeigen, woher ich mein Wissen habe 🙂

    Also in diesem Beitrag: http://tricks-und-tipps.com/weight-watchers-punkte-berechnen/ begegnet uns ganz unten eine Formel, die ganz schön kompliziert ist. Kennst Du vielleicht eine besser, die ich auch im Kopf ausrechnen kann oder ist das gar nicht möglich? Irgendwie verstehe ich nämlich gar nicht, worauf diese Formel fußt?!

    Wunderbare Grüße
    Hannah

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  4. Niemand zu Hause auf diesem Blog? Bin ich hier etwa falsch und es geht überhaupt nicht um das Abnehmen? Es wäre wirklich lieb, wenn Du mir bei meiner Frage bzgl. weight Watchers helfen könntest 🙂

    Liebste Grüße

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  5. Hallo Hannah,

    doch, ich bin zuhause. 🙂 Vielen Dank für Deine Nachricht. Allerdings kann ich Dir bei der Formel nicht helfen. Obwohl ich gerade einen schrecklich langen Durchhänger habe, halte ich WW für den perfekten Ansatz, Pfunde zu verlieren und ohne Diät die Ernährung umzustellen. Daher verlasse ich mich auf deren Punkteberechnung, wälze die gar nicht so endlosen Listen oder nutze den ProPoints-Kalkulator. Die Punkte für Lebensmittel werden aufgrund von Eiweiß-, Fett-, Kohlenhydrat- und Ballaststoffanteil berechnet. Wie, weiß ich auch nicht, aber das bleibt verständlicherweise WW-Geheimnis. Aber es funktioniert. Wenn nicht gerade alle Umstände dagegen kämpfen.

    Liebe Grüße
    Jörn

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