Vollmundig

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Weiß eigentlich irgendjemand, was dieses gerne im Zusammenhang mit Speis‘ und vor allem Trank genutzte Wort „vollmundig“ genau bedeutet? Ich meine, schmeckt ein vollmundiger Wein nur dann, wenn ich meine Mundhöhle zur Gänze damit ausfülle. Das würde ja wiederum heißen, dass ich diesen Wein nicht mit Freunden sondern nur in Einsamkeit genießen kann, denn Freunde haben Humor und über Humor lacht man. Gefahr erkannt?

Ich verwende dieses Wort nun in gänzlich anderem Zusammenhang und beziehe es einzig und allein auf mich, denn ich bin vollmundig, was darin begründet liegt, dass ich bei meinem letzten Eintrag den Mund zu voll genommen habe. Von wegen „jeweils am Wochenende“. Ich vergaß dabei, dass ich jeweils am Wochenende derart strunzfaul bin, dass ich den anstrengenden Weg vom Sofa bis zum Computer scheue. Das Schöne daran ist, dass diese Faulheit auch dazu führt, dass ich den anstrengenden Weg vom Sofa bis zum Kühlschrank scheue. Resultat: Seit meinem letzten Eintrag hatte ich bereits schon wieder fünf Kilo von mir gefaulenzt. Leider löge ich, verwendete ich heute habe anstatt von hatte im Satz zuvor. Denn die letzten zwei Tage über war ich in Belgien. Und in Belgien schmeckt vieles gut. Besonders die frittierten Sachen. Und auf einer Dienstreise finde ich es dem Gastgeber gegenüber unhöflich, nicht voll zuzulangen. Außerdem ist es ja umsonst. Und schnell rauf geht auch schnell wieder runter.

So, nun aber noch kurz zu dem neuen Feel Good-System. Vorsicht Meckeralarm!

Noch folge ich brav der Food-Fit-Feel Trilogie, aber ich überlege nun doch, zum alten System zurückzukehren, was allerdings Schreibarbeit bedeuten würde, da ich die App ja nicht zurückstellen kann. Was mir nicht gefällt?

Also da wäre zum einen der Wegfall der Sattmacher-Portionen. Jaja, ich weiß, Völlereifalle. Aber die liebe Zursahne hatte mir ja früher schon eingetrichtert, dass „Sattmacher“ das Wörtchen „satt“ enthält. Heißt ja schließlich nicht „Vollmacher“. Jedenfalls hat das früher mit den Nudeln und auch den Fleischportionen gut bei mir geklappt und bekannterweise auch zu erheblichen Erfolgen geführt. Und jetzt werde ich plötzlich nicht mehr satt, bekomme Heißhunger und verfalle der Sünde.

Zudem haben sich aufgrund des Kalorienfokus viele Punktzuordnungen ganz schön verändert. Ich dachte immer, Kalorien sollten nicht im Mittelpunkt stehen. Jetzt habe ich Angst vorm Jojo-Effekt wie bei jeder anderen Kaloriendiät.

Ach, und nochwas: Ich besitze eine Million WW-Kochbücher, natürlich nach altem System. Soll ich da jetzt alles umrechnen? War denn alles falsch, was ich gelernt hatte?

Erster letzter Punkt: Fit und Fun. Ich habe eine Fitbit Surge. Ich lebe wie immer: Arbeit, Autofahren, Sofasitzen, Fernseher, Essen. Trotzdem schenkt mir Fitbit ordentlich Punkte, die ich zusätzlich verfressen dürfte (was ich allerdings nicht tue). Schönes Gefühl, aber gerechtfertigt?

Zweiter letzter Punkt: Und Fun? Ja klar. Ich hatte ja auch schon vor langer Zeit des öfteren erwähnt, dass WW (zumindest bei mir) nur dann funktioniert, wenn ich ausgeglichen und zufrieden bin. Aber was bringt mir nun diese dritte Dimension? Ein paar Tipps, die mich nun wirklich nicht gerade „Heureka!“ schreien lassen. Und Spaßpunkte gibt’s ja schließlich auch nicht. Na, dazu bin ich wohl nicht ganzheitlich genug.

Allerletzter Punkt: Es empört – oder sagen wir betrübt – mich etwas, dass ich als Onliner, der ich mangels Zursahne nun mal jetzt bin, die neuen Materialien nicht käuflich erwerben kann. Was soll das denn? Zwangstreffen?

Nicht falsch verstehen, liebe WWler. Ich motze nicht, ich zweifle nur. Und WW an sich bleibt weiterhin meine erste Wahl. Vielleicht bekehrt mich ja jemand endgültig zur neuen Evolutionsstufe. Noch bleibe ich auch dabei – also beim neuen System – aus vollmundiger Faulheit!

Nur ganz kurz:

Happy New Year 2016 replace 2015 concept on the sea beach

Das alte Jahr ist futsch. Ich hoffe Ihr hattet einen guten Rutsch.

Ich muss jetzt ganz schnell los zum Einkaufen. Und das ganz gewissenhaft, denn es geht wieder los! Mal sehen, was das neue „Viel Gut“ Programm, oder wie das heißt bringt…

Der Plan ist, jeweils am Wochenende wieder hier zu berichten, denn mein Wiegetag ist Freitag und am Sonnabend habe ich mich dann hoffentlich wieder vom Schock erholt.

Na dann hurte ich mal los mit meinem Fitbit-Tracker. Auch die gute alte Unerbittliche wurde nun übrigens durch ein neues WLAN-Modell ersetzt. Unbestechliche Technik die begeistert…

Bis bald also!

Breaking News: Uhu frisst ganzes Huhn

Hähnchen am Spieß03

München/Ottenhofen, 14. März 2015. Zu einem besonderen biologischen Ereignis kam es gestern in der oberbayerischen Gemeinde Ottenhofen. Ein stattlicher Uhu riss ein unschuldiges Huhn, was in Ornithologenkreisen fast schon als Kannibalismus angesehen wird. Das besonders schwere Exemplar der Gattung Bubo bubo, die sich ansonsten eher von Kleintieren wie Mäusen oder Wolperdingern ernährt, eröffnete damit ein neues Kapitel der Evolution. „Der Hunger treibt’s rein“, sagt Hubert Flattermann, Vogelfraßminister in Merkels Kabinett, salopp und wird dann schnell ernst: „Wenn das Schule macht, dann wird das eine erhebliche Störung des biologischen Gleichgewichtes auf diesem Planeten mit sich bringen“.

Augenzeugen wollen gesehen haben, wie der Raubvogel auf dem Gelände eines Münchener REWE-Marktes das duftende Huhn aus einer Imbissbude stahl und in großem Tempo damit in Richtung Osten verschwand. Im beschaulichen Dorf Ottenhofen, wo der Uhu schon des öfteren gesichtet wurde, fand dann die eigentliche Tat statt. Seitdem herrscht Betroffenheit in der kleinen Gemeinde und große Sorge im Max-Planck-Institut für Ornithologie. Dort wollte man sich nicht zu dem Vorfall äußern, man werde aber die weitere Entwicklung genau beobachten.

Was habe ich da nur wieder angestellt? Ein ganzes Huhn mitsamt der lecker röschen Haut? Jawoll, und es schmeckte himmlisch, wie das für Vögel lebensraumbedingt ja auch sein sollte. Eigentlich kam ich gerade vom Messerschleifer und hatte mir vorgenommen, ein schönes schlankes Schnippelgericht zuzubereiten, um die frisch geschärften Klingen fliegen zu lassen, aber dann stand da dieser Hähnchenwagen. „Geld hier! Hähnchen her!“, belferte ich lüstern und raste sabbernd mit meiner Beute nach Hause. Ich hatte noch nicht mal die Jacke richtig ausgezogen, da hing mir bereits ein Hühnerbein aus dem Mundwinkel. Wird ja sonst kalt. Dazu ein feiner Schoppen portugiesischen Rotweins und singende Kinder auf SAT1. Passt!

Und heute morgen? Gesenkten Hauptes und voller Gewissensbisse hiefte ich mich auf die Unerbittliche, die aber dann doch recht erbittlich war und mir die Uhu-Lizenz nicht entzog. Schwein gehabt. Nein, Huhn. Heute gibt’s dann Geschnippeltes. Vielleicht eine Suppe? Apropos Suppe, gestattet mir doch mal wieder einen kleinen Querverweis auf meinen anderen Blog, denn da gibt’s ein wenig Neues. Zum einen eben etwas über warme Suppen (Wieviele Punkte hat eigentlich die Bündner Gerstensuppe?) und zum anderen Texte und Links zu zwei Songs, die ich in den letzten Monaten verzapft habe. Wenn ich mich ins Komponieren, Texten und Aufnehmen vertiefe, bekomme ich in der Zeit immerhin keine Nasch- oder Huhnattacken. Schaut doch mal rein!

Gebt mir Euren (punktefreien) Senf!

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So, und nun seid Ihr mal dran! Ich habe eine kleine Umfrage erstellt und würde vor Freude tanzen (Bonuspunkte!), wenn Ihr Euch dafür ein wenig Zeit nehmen würdet. Haut rein und drauf! Mein Dank sei Euch gewiss.

Und hier geht’s los…

Ach ja, ich stagniere gerade mal wieder. Aber anders als vor zwei Jahren als Uhu. Das macht es leichter. Ich erinnere mich nur ungern an die Phase, in der ich damals einfach die blöde Zweistelligkeit nicht erreichen konnte.

Er flattert wieder!

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Also eines habe ich in den Jahren auf manisch-depressive Weise erlernt: Schnell drauf ist schnell wieder runter. Das gilt sowohl mittel- als auch kurzfristig. Während ich damals, als ich mit WW begann, ewig brauchte, bis ich den intelligenten Mäuseräuber zum Flattern brachte, ging das in diesem Jahr wirklich ratzfatz. Und die drei Kilo, die ich mir vorletzte Woche auf einer Dienstreise mit vielen Auswärtsgenüssen anfraß, waren in nur drei Tagen wieder weg. Und jetzt das! Meine Socken kriegen Löcher von den Krallen, meine Augenbrauen wachsen pinselförmig nach außen, ich kann nachts wieder besser sehen und meine Stimme klingt seltsam kreischig. Denn er ist wieder da, der Uhu.

Heute war ein mieser Tag. Ich kam nicht aus den Federn, hatte Rückenschmerzen. Nichts machte mir Spaß, Stress und schlechte Stimmung im Büro und selbst die donnerstägliche Bandprobe wollte nicht so recht in Gang kommen. Also, Tag einfach abhaken und vergessen, nach Hause und ab ins Bett. Aber halt! Erst nochmal sich selbst geißeln und ab auf die Waage.

HUCH! rief ich meiner im nächtlichen Dunkel blinkenden Luxuszahnbürste zu, weil sie nunmal gerade da stand, wo ich hinhuchte. Da fehlt ja was. Die Eins ist weg! Na gut, dann also doch noch ’ne Runde freuen. Zur Belohnung einen unerhörten Pretzel Dog und dazu ein ebenso unerhörter Schoppen Rotwein. Ich weiß, passt nicht zusammen, aber ich bin regelmäßig in den USA unterwegs, da lernt man sowas.

Nun liege ich hier lang und gar nicht mehr so breit auf meinem Bettchen und tippe diese freudig gestimmten Zeilen. Das hätte ich heute mittag, als die Missstimmung auf dem Höhepunkt war, ebenso wenig geglaubt wie wenn jemand mir erzählt hätte, dass im Münchener Hofbräuhaus morgen eine Krabbenpulmeisterschaft stattfindet.

Na dann werde ich jetzt mal die Uhuaugen schließen und von Mäusen und vom Wochenende träumen. Dann kann’s ja weitergehen!

Gute Nacht, Freunde!

Mit Stinkekäse Richtung Uhu

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Heute schreiben wir den 1. Februar. Der berühmte Januar, der mit seinem Vorsatzdruck oftmals Wundersames bewirkt, ist vorüber. Und was hat er nun bewirkt? Wundersames! Aber der Reihe nach:

Was die kulinarisch verlockendste Zeit des Jahres, also die mit den vier Kerzen, angeht, hatte ich meine Ankündigung wahr gemacht. Von 108 habe ich mich bis Neujahr auf 112 hochgefressen, damit der Leidensdruck dem meines WW-Einstiegs vor drei Jahren entspricht. So jagte dann ein Déjà-Vu das nächste. Wieder lümmelte ich eines faulen Sonntags im frühen Januar im Bett herum und grübelte. Neues Jahr, neues Fett? Nein, eher nicht. Ich erinnerte mich an den Parallelsonntag 2012. Damals blickte ich durchs Dachfenster in den blauen Allgäuer Himmel und raffte mich auf. Was daraufhin entstand bzw. verschwand, muss ich ja nicht wiederholen. Steht ja alles hier geschrieben.

In diesem Jahr hatte ich kein Dachfenster. Ich blickte also an die Decke statt in Himmel, der eh von einem unattraktiven grau gezeichnet war. Aber – und jetzt kommt’s: Aufgerafft habe ich mich trotzdem! Vor kurzem erst bei WW abgemeldet, meldete ich mich wieder an, aktualisierte die App auf meinem iPad und wälzte einen Nachmittag lang meinen Berg an WW-Kochbüchern. Alte Gewohnheiten wurden wieder neu, Bananen und Äpfel fanden den Weg zurück in Allgäuer Magermilchjoghurt und die gute alte 7%-Crèmefine bekam wieder einen Ehrenplatz im mit Grünzeug vollgepfropften Kühlmöbel. Vorteilhaft dabei ist, dass es im nahe gelegenen Erding einen Feneberg-Supermarkt gibt, bei dem ich all die feinen Allgäuer Zutaten bekomme, die mir damals das Leben erleichtert hatten. Obwohl es, und dass sei hier an dieser Stelle mal lauthals angeprangert, in ganz Bayern keinen „Kochkäse light“ zu kaufen gibt, der in den Rezepten immer mal wieder gefordert wird.

Aber à propos Käse. Meine Entdeckung des noch jungen Jahres ist der von mir bisher bis aufs Blut verschmähte Harzer Roller. Bah, was für ein widerlich- beißender Geschmack, wenn ich versucht habe, diesen Sattmacher mit einer Vollkornstulle in meine Kauleiste zu schieben. Ging gar nicht. Aber dann las ich ein Rezept, das mich anwies, den Stinkekäse in Scheiben gehobelt zum Überbacken auf einen Auflauf zu drapieren. Und was soll ich sagen: nun, liebe Sennerinnen und Senner vom Brocken, jetzt weiß ich, warum Ihr das macht. Jetzt kommt die Würzigkeit Eures glasigen Milch(?)produktes gerade recht. Seit dem schneide ich alles in Würfel, was mir unters Messer kommt, ob es nun das edle Rinderfiletsteak, ein Haufen duftender Steinpilze, knackige Zuckererbsenschoten oder eine exotische Papaya ist. Alles wird in mundgerechte Stücke zerkleinert, in die Pfanne gehauen und dann mit was auch immer (Nudeln, Sauerkraut, Spätzle…) in eine Auflaufform geschüttet. Harzer Topping und ab in den Ofen. Lecker!

Was? Schon 2800 Zeichen? Ich plappere ja schon genauso viel hier herum wie Bacon-Tanja im Dschungel. Na, dann will ich mal zum Punkt kommen. Wie gesagt, wir schreiben heute den 1. Februar, und ich hatte heute ein gutes Gespräch mit der Unerbittlichen, die mir in einem Anflug von seltener Gutmütigkeit eine Zahl vor die Füße projizierte, die mich, sagen wir mal, nicht unglücklich machte.

101,2 kg!

Sollte ich tatsächlich noch in diesem Monat wieder zum Mäusefresser werden? Gut wäre das, denn Ende des Monats wird mein Brüderchen 50, und da gibt’s sicherlich einige feine Spezereien zu schnabulieren.

Ich bin also erstmal wieder da. Wer hätte das gedacht?

Alle Jahre wieder…

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…meldet sich der zumindest vorerst Gescheiterte hier wieder und spielt den Geläuterten.

Unfassbar. Schon wieder mehr als ein Jahr her, dass ich kläglich versuchte, mich mal wieder selbst zu motivieren. Immer kurz vorm Fressfest dringt da diese Stimme an mein inneres Ohr. Ein kleine, piepsige Stimme, die mir zuraunt, was zwischen den Tagen wieder auf mich zukommt. Essen. Viel Essen. Fressen. Aber das muss wohl auch so sein, denn vor vielen Monden gab genau das den Ausschlag: Ich fraß mich über Weihnachten voller als jemals zuvor, fuhr zurück in mein geliebtes Allgäu (dem ich noch immer hinterher trauere), hatte Bauchschmerzen und ging kurzerhand zur Sahne in die Kemptener Vogtstraße und nahm mal eben unfassbar viele Kilos ab.

Aber das ist lange her, und mit dem Umzug ins Münchener Umland wurde alles anders. Und nicht unbedingt besser. Das ist jetzt mehr als zwei Jahre her und ich hadere immer noch. Mit allem. Blöd. Aber langsam keimt da etwas heran, ganz zart. Nämlich die Überzeugung, dass ich mich endlich arrangieren muss. Mit allem. Phase heißt Phase, weil nach jeder Phase eine neue Phase kommt. Die jetzige ist eben schwierig, die nächste kann nur besser werden. Und immerhin habe ich zumindest musikalisch wieder die Kurve gekriegt und mir ein kleines, feines Studio eingerichtet. Hört doch mal rein: hier klicken!

Also morgen auf Heimaturlaub. Essen. Viel Essen. Fressen. Zurück nach Oberbayern und Bauchschmerzen haben. Ist das ein Plan? Na, schaun mer halt mal.

Ach ja, die oben auf diese Seite angegebene Strecke bin ich natürlich inzwischen rückwärts gerannt, aber ich schaffe es einfach noch nicht, sie zu aktualisieren oder zu löschen. Aktueller Stand: 108!

Bin ich wieder da? Wohl noch nicht ganz…

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Liebe Leute!

Ewig ist es her, dass ich hier mein Bestes gab, mein Bestes zu geben. Und um eines gleich klarzustellen: Ja, ich bin gescheitert. Weit hatte ich es gebracht – von 112 auf 93 Kilo. Das war schon echt eine Leistung, auf die ich immer noch stolz bin. Im Gegensatz zu der Zeit, seit ich meinen Job und meinen Wohnort gewechselt habe. Aus 93 wurden in einem Jahr ratzfatz 100, und mit dem Bewusstsein, den Uhu-Status verloren zu haben, wurden ganz fix aus 100 die 107. Alles umsonst, so dachte ich mir, hakte das Thema Abnahme ab und fraß weiter. Ich trauerte meinen Anzügen nach, die ich vor Monaten euphorisch mit dem Schlachtruf „Nie wieder dick!“ dem Roten Kreuz gespendet hatte. Heute klage ich über chronische Bauchschmerzen aufgrund der neuen, sexy-schlanken Klamotten, die durch weitere Schnitte zu ersetzen meine Eitelkeit mich hindert.

Ein Bandscheibenvorfall und ein Knorpelschaden im Knie taten ein Übriges, indem sie mir den einzigen Sport verboten, an den ich mich gewöhnt hatte. Laufen adé. Vor sieben bin ich jobbedingt abends eh nie zu Hause. Sofa, Wein und die Glotze ersetzten die Allgäuer Strecken und die Freundschaften, die nun zwei Stunden entfernt kaum noch existieren.

Ich spüre förmlich, wie meine verbliebene Leserschaft nun darauf wartet, dass aus diesem Gegreine heraus der Satz erstrahlt: „Ich bin wieder da!“ Aber lasst uns statt froh und munter lieber realistisch sein. Immerhin erlaubt mir mein Physiotherapeut nun, wieder langsam ein paar Meter zu laufen. Immerhin zeigte meine Waage – Ihr wisst schon, die Unerbittliche – heute „nur noch“ 101,7 Kilo. Immerhin habe ich meinen Ruderporsche heute von der Abstellkammer ins Wohnzimmer verfrachtet. Und immerhin kochte ich mir heute nach all der Zeit mal wieder ein WW-Gericht: Wirsing-Lachs-Lasagne (Das große ProPoints Kochbuch, S. 72). Der Haken: Das schmeckte so phantastisch, dass ich alles auffraß – ich bin 4 Personen! Liebe Kemptener Coaches, ich höre nicht auf, Euch zu vermissen. Insbesondere, wenn ich mal wieder hungrig auf dem Weg zur Sahne bin.

Der Herbst ist da, und auch wenn er viele sonnig-güldene Tage ins Bayernland schickte, so ist es doch der Herbst. Kühl. Feucht. Dunkel. Jedes Wochenende nehme ich mir vor, ein, zwei Kilometer laufend hinter mich zu bringen. Jedes Wochenende freut sich mein Schweinehund über den Regen. So muss ich mich nicht regen.

Tja, und was soll nun dieses Update hier bewirken? Viel. Denn die Tatsache, dass ich hier mal wieder meinen Null-ProPoints-Senf verbreite, zeigt, dass ich Euch alle noch nicht vergessen habe. Ich sehe ganz im Regengrau verschwommen eine Kurve vor mir. Jetzt muss ich sie nur noch kriegen. Schaun mer ma. Schließlich ist bald scho wieder Weihnachten. O Gott!

Der kleine Dirk

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Können mir unsere lieben Düsseldorfer Gurus eigentlich auch sagen, wie ich zur nötigen Muße finde, mich wieder regelmäßig an der Tastatur zu vergreifen? Egal, nun bin ich ja wieder mal da, obwohl ich langsam merke, dass mir meine Stammleser abhanden kommen. Solange ich für jedes Kilo, das ich weniger werde einen Leser verliere, ist mir das nur recht. Aber da hat das Eine wohl nichts mit dem Anderen zu tun.

Was mich dazu trieb, mich heute wieder mal zu melden war ein inzwischen sehr populärer Spruch, der sich rasant in der „Facebook-Community“ – irgendwann schwor ich mal, mich so niemals auszudrücken aber naja – ausbreitete. Ich klaue also fremder Leute Humor und rufe in die Welt hinaus:

Der kleine Dirk möchte im Mai abgeholt werden !

Um mein Plagiat zu tarnen, habe ich dem kleinen November den Vornamen Dirk verliehen. Wer als erster errät, warum gerade Dirk, der gewinnt … irgendwas Schönes. Hab noch keine Ahnung, aber ganz ehrlich: Ich denke mir etwas aus.

Aber mal ehrlich: Ist das nicht furchtbar? Da schnuppert man immer mal wieder in den Frühling hinein und spürt, dass Kraft und Leben durch die Adern fließen, und dann immer wieder diese Rückschläge. 7 Grad zeigte das Thermometer meiner Karosse heute auf dem Weg zur Arbeit. In meiner alten Heimat im Allgäu schneit’s und im Schwarzwald werden die Schlitten wieder herausgeholt. Und der alte Weightwatcher schlampt mal wieder rum. Der Traum, kurzbehost durch Oberbayern zu rennen – erstmal wieder vertagt. Die überzeugte Umstellung von Kohlehydraten auf Vitamine – der Winterwatcher braucht ein Mindestmaß an kulinarischer Wärme. Es geht nicht wieder bergab, aber es stagniert. Obwohl ich mit der Petersilienwurzel ein großartiges Wintergemüse entdeckt habe und obwohl mein Haus- und Hofschlachter seinen Hühnerbrustumsatz auf ein Maximum steigern konnte. Die schönen warmen, weichen Soßen verlocken auf dem heimischen Wintersofa genauso wie die Telefonnummer des Pizzaservices.

Nun tänzele ich also mehr oder weniger graziös um die 95 Kilo herum und frage mich, wie ich mal in aller Kürze fast 20 Kilo abnehmen konnte und warum die letzten 5 Kilo nun so unendlich schwer fallen. Sind es die fehlenden Treffen? Sicherlich ein Grund. Ist es der hektische Alltag? Bestimmt. Und dann ist da noch Dirk. Der arme Kleine hat sich zwar verlaufen, aber ganz ohne Schimpfe kann ich ihn nicht davon lassen. Schlimm, wenn die lieben Kleinen sich derart wichtig nehmen müssen und immer im Mittelpunkt stehen müssen. Ich setze also noch einen drauf auf den Spruch des unbekannten Facebookers und stelle bestürzt fest:

Der Winter leidet unter ADHS !

Ich nicht, sonst würde ich mich hier viel öfter äußern. Aber wahrlich, ich sage Euch: Wenn ich erstmal in den Achtzigern angekommen bin, dann könnt Ihr hier die neue deutsche Welle erleben…