
Wüsste ich den richtigen, den einzigen Weg, sähe ich bereits aus wie eine Gerte.
Schon wieder etwas her, dass ich das letzte Mal meine virtuelle Tinte in diese Seite schüttete. Es ist dieses Auf und Ab und das Gefühl, bei seinem – nicht ganz zufriedenstellenden – Endgewicht angekommen zu sein, das mir ein wenig den Spaß versaut hat. Wisst Ihr noch, beim letzten Mal polterte ich meinen Ärger hinaus, dass es einfach nicht mehr weitergehen will. Und ich versprach, in der darauf folgenden Woche die Gesamtzunahme der letzten Wiegetermine in Höhe von einskommavier Kilo wieder auf einen Schlag wettzumachen. Und ich kann Euch sagen, ich hatte Erfolg. Eisernes Punktezählen, Beschränkung auf gemüsige Beilagen im innerbetrieblichen Gourmettempel, Verbannung jeglichen Gersten- und Rebensaftes aus dem Kühlschrank, dazu ein Drei- und ein Zehnkilometerlauf. Resultat: Zwei Kilo weniger. Nur ganz knapp (400 Gramm) den sechsten Stern verpasst. Ich war euphorisch und gäbe es eine Note für mündliche Beteiligung beim WW-Treffen, hätte ich wohl eine Eins bekommen. Ich tat wie ein Sieger, mischte mich motivierend überall ein und grinste breit bis über beide Ohren.
Letzte Woche war ich dann wieder ganz still.
Ich hatte den selben Wochenablauf wie in der Erfolgsphase. Wieder Häppchenzählen, wieder zehn Kilometer, wieder schmerzlicher Verzicht auf kulinarisch in den letzten Jahrzehnten Liebgewonnenes. Am Tag X selbst gab’s nur Hasenfraß. Ich rannte x-mal die 90 Stufen meines Arbeitgeberhäuschens rauf und runter und beschwingte mich fröhlich ins Treffen. Stolz verkündete ich Zursahne, dass mir eine Abnahme von 400 Gramm völlig ausreiche. Sechster Stern eben. Doch dann das bekümmerte Gesicht hinter der Waage. Leider nein. 700 Gramm Zunahme.
Das ist ja per se kein Beinbruch. Aber das war wirklich das erste Mal, dass ich komplett von den Socken war. Nie war ich meiner Sache so sicher gewesen, und dann das. Was war denn nun los? Die Coachin fragte mich, ob ich am selbigen Tag viel getrunken hätte. Ich begann, ihr die Geschichte vom Mate-Tee und dessen Auswirkungen zu erzählen, was sie verständlicherweise gar nicht ganz so genau wissen wollte. Also setzte ich mich auf meinen gelben Stammplatz und lauschte den Erfolgen der Anderen. Ich war ja gewohnt, dass ich nach dem Treffen eh wieder besänftigt von dannen ziehen würde. Aber dies mal rief ich mit aller aufzubringenden Misanthropie meinen Frust dazwischen. Kann ja wohl nicht sein. Alles Schei…, Deine Elli. Mein letzter Stern ist schon sechs(!) Wochen her. Ich nannte ihn genau genommen nicht „Stern“, sondern gramerfüllt „Papierschnipsel“, was mir einen gut gemeinten Tadel bezüglich meiner Wertschätzung gegenüber den WW-Devotionalien einbrachte. Besänftigend nahm ich mir schriftlich vor, genauso weiter zu machen, denn ich war mir ja keiner Schuld bewusst.
Heute bin ich gut gelaunt, da ich bei bestem Laufwetter den Grüntensee in einer Stunde umrundete. Ist aber auch ein schönes Fleckchen, dieses Allgäu. Aber ich habe meinen Auftrag nicht erfüllt. Es kamen Anlässe über Anlässe dazwischen. Ich fraß Schnitzel, Currywurst & Co. und erwarb gestern auf dem Tollwood-Festival als Stärkung für das Lady Antebellum-Konzert ein Spanferkel-Ochsenfetzen-Bio-Knauzen an zweierlei vom Bier. Der Regen machte zwar aus dem zweiten Bier eine Bierschorle, aber geschmeckt hat’s trotzdem. Das weltgrößte Feuerwerk überm Olympiastadion rundete einen rundum gelungenen Tag ab.
Das Schöne ist, dass ich mich nicht wundern würde, zeigte die Vermaledeite am Dienstag trotzdem wieder eine Abnahme an. Wegen Unverkrampftheit. Schaun mer ma.

Autsch, auf dem Tollwood „brav“ in den Points zu bleiben ist wirklich eine große Herausforderung, da gibt’s so viele gut Sachen (fest und flüssig)… Morgen ziehen wir Bilanz ob die Unverkrampftheit ausgereicht hat. Schaun mer ma, dann sehn mer scho.
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Hallo Jörn,
nachdem ich JEDEN Tag hier auf deiner Seite nach neuen Geschichten geschaut habe, hier eine kleine nette Aufforderung doch bitte weiter zu schreiben 🙂
Liebe Grüße
Danni ( die die Goldmitgliedskarte endlich wieder hat)
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Liebe Danni,
erst einmal herzlichen Glückwunsch zur erneuten Goldkarte!!! Es stimmt, ich hinke unheimlich hinterher. Ich war auf USA-Reise und bin grad im Wohnungssuchestress, verspreche aber hoch und heilig, nächste Woche ein ausführliches Update zu bringen. Freut mich aber, dass Du so geduldig dran bleibst. 🙂
Liebe Grüße.
Jörn.
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