Gestatten, mein Name ist Watcher. Weight Watcher

WW_Start

22.01.2012 – 112,2 kg – Budget: 51

So!

Es ist soweit. Ich gehöre dazu. Heute morgen gleich nach dem Aufwachen, fiel mir auf meinem porzellanenem Lesesitz der Flyer eines Ernährungskonzeptes in die Hand, das meine freundliche Apothekerin mir vor einiger Zeit empfohlen hatte. LOGI-Methode heißt das Konzept verheißungsvoll. Was ich las, erinnerte mich an meinen ersten WeightWatchers-Versuch. Ich hatte damals schon recht nette Erfolge erzielt, jedoch warf ich bei der ersten Stagnationsphase das Handtuch.

LOGI scheuchte mich also heute ins Internet, um nach dessen „Wettbewerber“ WeightWatchers zu forschen. Diese Tipperei wühlt mich auf. Ich bitte um Verständnis, dass ich WeightWatchers ab sofort nur noch als WW bezeichne. Historiker mögen mir das verzeihen. Wo war ich? Ach ja. Ich klamüserte mich also durch die WW-Website, stieß auf die Filiale in meiner Stadt und merkte auf, als dort ein Kennenlerntag angekündigt wurde. Ein Blick auf das Datum. „Huch, das ist ja schon heute!“ Kurz entschlossen den sonnabendlichen Körperschmuddel hinfortgeschrubbt und los ging’s. Ist nicht weit.

Ich trat ein in ein schlichtes Ladengeschäft, zentral aber doch etwas abseits gelegen. Der Raum war erfüllt von Informationen. Plakate, Bücher, Flyer, Tabellen und am Infostand – die berüchtigte Waage. Sieht viel harmloser aus, als sie in meinen Träumen erschien. Rund zehn Menschen waren im Raum. Drei WW’ler, der Rest Interessenten. Ein Ehepaar mittleren Alters, eine ältere mit einer jüngeren Frau – vielleicht Mutter und Tocher. Vielleicht Nichte und Tante. Vielleicht auch nicht. Sofort kam eine sympathisch lächelnde Mittvierzigerin auf mich zu. Ich habe jetzt, wo ich das hier schreibe große Angst. Denn ich bin unheimlich schlecht im Schätzen von Frauenaltern. Und wer schlecht im Schätzen von Frauenaltern ist, weiß, wie glitschig Fettnäpchen sind. Ich hoffe also, dass ich richtig liege, ansonsten werde ich’s flugs korrigieren. Wo war ich? Ach ja. Sie kam auf mich zu und begrüßte mich mit den Worten „Schön, dass Sie sich hierher getraut haben.“ Ein geübter aber guter Einstieg. Das Eis musste nicht brechen, es war gar nicht erst da. Nach kurzer Wartezeit folgte eine kurze Einführung in das WW-Konzept. Nicht neu für mich, aber trotzdem interessant. An alle Einzelgänger mit Gruppophobie: Die Stimmung war wirklich angenehm. Schließlich hatten alle Anwesende das selbe Problem und das selbe Ziel. Kein Grund also, sich zu scheuen. Hat gar nicht wehgetan.

Da ich mich schon vorab eingehend informiert hatte, brauchte die Coachin nicht lange, um mich zu überzeugen. Ich war bereit. „Wo soll ich unterschreiben?“ Ich wurde ohne viel Aufhebens Abonnent bei Zursahne, die mich ab Dienstag nun zum Wenigerwerden animieren soll. Ich habe vollstes Vertrauen. Oh, habe ich gerade ihren Vornamen falsch geschrieben? Pardon. Susanne. Es ist der Hunger. Ich hatte heute abend nur ein WW-Menu. Ob ich satt bin? Puh! Wo war ich? Ach ja. Ich traf also eine Entscheidung. Ob diese folgenschwer war, wird sich zeigen.

Kurz zum WW-Konzept. Im Schnelldurchlauf: Die ProPoints berechnen sich aus Eiweiß-, Fett-, Kohlehydrat- und Ballaststoffgehalt. Man erhält ein Tagespunktebudget. Dazu unüberlistbare Listen, aus denen die Punkte für nahezu jedes Lebensmittel ablesbar sind. Und passende Rezepte. Man darf auch sogenannte Sattmachertage veranstalten. Hier wird nicht gezählt, sondern die Zutaten zählen. Nur bestimmte Nahrungsmittel sind zugelassen, von denen dann aber dafür so viel man will. Bei den Treffen wird abgerechnet. Die Waage ist unerbittlich. Nimmt man ab, gibt’s Geschenke (vom goldenen Sternchen über Schlüsselanhänger bis hin zur GoldCard. Letztere gibt es aber erst, wenn man sein vorher festgelegtes Wunschgewicht erreicht und eine geraume Zeit gehalten hat. Monetäre Boni gibt es nicht. Susannes Nachname führt hier deutlich in die Irre. Übrigens kaue ich gerade auf einem 2-Punkte-WW-Riegel herum. Chocolate Peanut Dream. Teuer und untraumhaft. Aber naja. Wo war ich? Ach ja. Wenn es Geschenke gibt, ist immer auch ein Haken dabei. Der WW-Haken geht aber in Ordnung. Denn das Tagespunktebudget wird ständig angepasst. Wer leichter wird, dem werden die Rationen gestrichen.

So, und jetzt mein Outing: 190 cm, 112,2 kg, 43 Jahre, männlich – Budget: 51 Punkte. Hier zeigte sich selbst das erfahrene WW-Personal vor Neid erblasst. Die attraktive, schlanke Assistentin flüsterte mir ihr Budget ins Ohr, worauf ich erschrocken „Oh, da darf ich ja doppelt so viel fressen!“ ausrief, womit ich mir einen missbilligenden Blick einfing. Aber sie hat Recht, denn ich könnte auch so:

McDonald’s 51er-Tag:

Morgens:
– McMuffin Bacon & Eggs (9)
– 250 ml Orangensaft (3)
– 250 ml Cappuccino (2)
– Fruchttüte (0)

Mittags:
– 1955-Burger (19)
– kleine Pommes, 80 gr (7)
– Ketchup(1)
– Gartensalat mit Caear Dressing (1)
– 500 ml Coca-Cola light (0)

Abends:
– Chicken McNuggets, 6er (7)
– Barbecue-Sauce (1)
– Curry-Sauce (1)
– 500 ml Mineralwasser (0)

So nehme ich ab??? Aber so ist das wohl nicht gemeint. Oder? Ich werde die Coachin fragen und dann berichten.

So, das ist also die Ausgangslage. Ich bin gespannt, was die nächsten Wochen und Monate passiert. Mein Start war teuer. Da ich jemand bin, der immer gleich das Rundum-Sorglos-Paket will, ließ ich über hundert Euro bei WW. Der Monatspass incl. aller Sitzungen und Online-Tools kostet knapp 40 Euro. Dann noch Einkaufs- und Restaurantführer, Tagebuch, drei Kochbücher und den Punkte-Kalkulator.

Ich werde hier in diesem Blog meinen Leidensweg (oder wird es tatsächlich ein Siegesmarsch?) niederschreiben und meine Erfahrungen, Kämpfe und Launen mit Euch teilen. Mal sehen, ob WW mich am Ende verklagt, verflucht oder mir einen Millionenbetrag als Dankeschön überweist. Wird spannend! Wo war ich? Ach ja. Am Ende.

5 Gedanken zu “Gestatten, mein Name ist Watcher. Weight Watcher

  1. Gestatten, mein Name ist Bine…SABine….
    ich wünsch dir alles Gute bei Deinem Vorhaben…viel Erfolg…wenig Hunger…gute Abnahme…trotzdem Lebensfreude…und viel Erfolg beim Verdrängen der „es-kann-gegrillt-werden-Zeit“…obwohl, so ein Gemüsespiess…*lach*…ich bin auch dabei seit 3 Wochen, es klappt, bei mir allerdings langsam..
    Ganz doll liebe viele Grüsse
    Bine

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  2. Hallo Garlaban

    Dein Beitrag ist fesselnd und Ich werde immer mal wieder reinschauen was bei dir so passiert ist . Ich finde es gut das Du diesen Schritt gegangen bist , auch Ich müsste viel mehr tun für mich da Ich auch starkes Übergewicht habe , aber das liebe Geld . da Ich Twitter nicht habe , sonder nur Facebook , würde Ich gern mit dir in Kontakt bleiben, da das ja nicht geht , lese Ich einfach hier weiter mit .

    Viel Erfolg weiterhin

    Erika

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    • Hallo Erika!

      Schön, dass Dir mein Blog gefällt, und gerne können wir in Kontakt bleiben. Wenn Du Fragen hast, schreib einfach an garlaban@gmx.de. Zum Thema Geld: Da ich statt teuren Fertiggerichten nun viel mehr frisches Obst und Gemüse kaufe, ist bei mir der WW-Beitrag schon fast wieder kompensiert. 😉

      Liebe Grüße und auch Dir viel Erfolg!

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  3. Hallo Garlan
    Ich habe mir leider die Gallenblase raus Operieren lassen
    müssen und dadurch 2 Kg. abgenommen
    Aber ich glaube deine Methode ist besser!!!
    ich glaube ich muß auch mal mit Susanne Boni reden
    Liebe grüße aus Lemgo
    Werner

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