…oder?
Eine Erkenntnis nach 14 Wochen WeightWatchers irritiert mich. Immer wenn ich auf den Spuren Pheidippides‘ wandele, werde ich wieder mehr. Ein Paradoxon? Nehmen wir nur mal die letzte Woche: Ich glaube, ich habe alles getan, der Welt mitzuteilen, wie stolz ich auf meinen ersten absolvierten Volkslauf war. 5.000 Meter – hätte man mir das vor einem halben Jahr prophezeit, hätte ich denjenigen hässlich als „nostradämlich“ beschimpft. Ich und Laufen. Niemals. Jetzt taumele ich stolz über die Zielline, ergänze den Wahnsinn noch mit dem Ruderporsche und ermüdlichen Situps, halte trotz Heißhungers mein Punktebudget ein, strebe zufriedenst gen WW-Waage und – erlebe mein persönliches Waterloo. 400 Gramm Tsunami. Ist zwar fast nix, aber gerade nach dieser Woche doch eine gewisse Niederlage. Meine Gedanken schweifen zurück. Erschrocken schaue ich mir meine bisherigen Wochenergebnisse an und finde meine Vermutung bestätigt: In allen Wochen, in denen ich tsunam, trieb ich überdurchschnittlich viel Spocht. Kann dem Erdmann mal eben jemand sagen, er solle diese tumben Wortspiele unterlassen? Danke.
Also, was ist das? Zufall oder Gesetz? Jetzt ist es Zeit für Mythen. „Das ist die wachsende Muskelmasse“, rufen die einen und werden von den anderen mit „Du glaubst auch jeden Quatsch!“ gemaßregelt. „Der Heißhunger“, sagen wieder andere. „Budget eingehalten, trotz Carboloading“, rechtfertigt sich der Betroffene. „Wasseransammlungen“, begründen Wissende die grammatischen Ereignisse. Spätestens hier ziehe ich mich schweigend zurück. Ist es das? Wasser? Bin ich ein einziges großes Ödem? Zugegeben, ich trinke zu wenig und manchmal auch zu viel. Aber was soll ich nun daraus folgern?
Keine Sorge, ich bin wegen 400 Gramm nicht suizidgefährdert. Auch schmeiße ich deswegen nicht mit Flinten um mich. Aber dass es zwischen meiner neuen läuferischen Leidenschaft und diesem Selbstversuch einen Konflikt zu geben scheint, sorgt mich etwas. Aber nur etwas, denn seit heute ist der angekündigte Blitzsommer eingekehrt und da geht’s rein in die Laufschuhe und raus in die Natur. Nee, lieber Körper, mit Deinem missgünstigen Boykott kommst Du nicht weit. Ich bin der Boss. Dass das ein für alle Mal klar ist!!!
Wie immer noch ein Wort zum letzten Treffen. Dieser Blog scheint sich durchzusetzen. Ich komme rein und schon kommen die Fragen: Wie war der Lauf? Was macht der linke Fuß? Hast Du Aldi Süd leer gekauft? Hat der Osterhase jetzt Urlaub? Ich lerne die „Leidensgenoss(inn)en“ immer besser kennen und sie wachsen mir langsam ans Herz. Die Coachinnen lassen nicht nach und motivieren mit Witz und guter Laune, dass es nur so eine Freude ist. Eigentlich wollte ich mich am letzten Dienstag mit ihnen verduzen, aber ich hab’s glatt vergessen. Na dann beim nächsten Mal. Und wenn dann nicht eine Auszeichnung fällig ist, dann…
P.S.: Bei der Suche nach einem passenden Bild für diesen Beitrag stieß ich auf zwei recht interessante Artikel. Zum Lesen einfach hier und hier klicken. Bin gespannt, was Ihr davon haltet. Ist das der Weisheit letzter Schluss?
