Der kleine Dirk

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Können mir unsere lieben Düsseldorfer Gurus eigentlich auch sagen, wie ich zur nötigen Muße finde, mich wieder regelmäßig an der Tastatur zu vergreifen? Egal, nun bin ich ja wieder mal da, obwohl ich langsam merke, dass mir meine Stammleser abhanden kommen. Solange ich für jedes Kilo, das ich weniger werde einen Leser verliere, ist mir das nur recht. Aber da hat das Eine wohl nichts mit dem Anderen zu tun.

Was mich dazu trieb, mich heute wieder mal zu melden war ein inzwischen sehr populärer Spruch, der sich rasant in der „Facebook-Community“ – irgendwann schwor ich mal, mich so niemals auszudrücken aber naja – ausbreitete. Ich klaue also fremder Leute Humor und rufe in die Welt hinaus:

Der kleine Dirk möchte im Mai abgeholt werden !

Um mein Plagiat zu tarnen, habe ich dem kleinen November den Vornamen Dirk verliehen. Wer als erster errät, warum gerade Dirk, der gewinnt … irgendwas Schönes. Hab noch keine Ahnung, aber ganz ehrlich: Ich denke mir etwas aus.

Aber mal ehrlich: Ist das nicht furchtbar? Da schnuppert man immer mal wieder in den Frühling hinein und spürt, dass Kraft und Leben durch die Adern fließen, und dann immer wieder diese Rückschläge. 7 Grad zeigte das Thermometer meiner Karosse heute auf dem Weg zur Arbeit. In meiner alten Heimat im Allgäu schneit’s und im Schwarzwald werden die Schlitten wieder herausgeholt. Und der alte Weightwatcher schlampt mal wieder rum. Der Traum, kurzbehost durch Oberbayern zu rennen – erstmal wieder vertagt. Die überzeugte Umstellung von Kohlehydraten auf Vitamine – der Winterwatcher braucht ein Mindestmaß an kulinarischer Wärme. Es geht nicht wieder bergab, aber es stagniert. Obwohl ich mit der Petersilienwurzel ein großartiges Wintergemüse entdeckt habe und obwohl mein Haus- und Hofschlachter seinen Hühnerbrustumsatz auf ein Maximum steigern konnte. Die schönen warmen, weichen Soßen verlocken auf dem heimischen Wintersofa genauso wie die Telefonnummer des Pizzaservices.

Nun tänzele ich also mehr oder weniger graziös um die 95 Kilo herum und frage mich, wie ich mal in aller Kürze fast 20 Kilo abnehmen konnte und warum die letzten 5 Kilo nun so unendlich schwer fallen. Sind es die fehlenden Treffen? Sicherlich ein Grund. Ist es der hektische Alltag? Bestimmt. Und dann ist da noch Dirk. Der arme Kleine hat sich zwar verlaufen, aber ganz ohne Schimpfe kann ich ihn nicht davon lassen. Schlimm, wenn die lieben Kleinen sich derart wichtig nehmen müssen und immer im Mittelpunkt stehen müssen. Ich setze also noch einen drauf auf den Spruch des unbekannten Facebookers und stelle bestürzt fest:

Der Winter leidet unter ADHS !

Ich nicht, sonst würde ich mich hier viel öfter äußern. Aber wahrlich, ich sage Euch: Wenn ich erstmal in den Achtzigern angekommen bin, dann könnt Ihr hier die neue deutsche Welle erleben…

Lieber Lenz, zeige Dich…

Kalender

…und lass‘ die Sonne meine Bronchien erwärmen. Da gab es doch tatsächlich mal ein paar vorsichtige Vorfrühlingstage und was mache ich? Ich reise ins fröstelige Ohio und fange mir eine fiese Bronchitis ein. Aus der Geschäftsreise wurde eine Krankenfahrt. Gleich am zweiten Tag ging das Gehuste los, der US-Doc verschrieb mir Antibiotika und schickte mich ins Bett. Das ist jetzt zwei Wochen her und ich bin zwar heil zurück, aber immer noch nicht durch. Gerade schrieb mich meine Dorfärztin für weitere zwei Tage krank. Und am Donnerstag geht das Gereise wieder los. Erst Hannover, dann England.

Ich denke, da kann nur einer helfen: Mr. Superlenz. Die grüne Jahreszeit, die diesmal ganz schön unter Druck steht, denn sie wird arg von mir gefordert. Ich verlass mich einfach drauf, dass dann alles besser wird. Dann fange ich – hoffentlich – wieder an zu rennen und lasse mich bei offenem Fenster und zwitschernden Vöglein von der leichten Küche einlullen. Nachdem ich nun seit Oktober in einem Schwarzweißfoto lebe, wird es Zeit für Technicolor und Cinemascope. Nach Farbe lechzt mein Körper, nach Wärme und nach Duft. Vielleicht mache ich’s mir etwas zu leicht, einfach alles auf die Jahreszeit zu schieben und zu hoffen, dass mit dem ersten Frühlingserwachen alles wieder besser wird. Aber ich bin da tatsächlich ganz optimistisch.

In gewisser Weise bin ich aber auch dem US-Winter zu Dank verpflichtet. Er machte mich so krank, dass ich seit zwei Wochen fast nichts esse. Resultat: Ich bin wieder bei 92 Kilo angelangt. Bei meiner letzten USA-Reise im August hatte ich ja fast 7 Kilo zugenommen. Diesmal waren es minus fünf.

Und nun noch ein Kniefall vor den WW-Machern und meinen lieben Ex-Coachinnen. Ich bin jetzt schon so lange raus, dass ich noch nicht mal das 360°-System kenne. Ich habe mich heute morgen mehrfach um mich selbst gedreht und dabei nichts entdeckt. Um mich herum ist alles wie immer. Grau. Und schon bin ich wieder am Jammern. Schlimm, gell? „Männer!“, werden jetzt viele ausrufen und sich an unserer Leidensfähigkeit laben. Daher freut es mich um so mehr, dass ich bei WW immer mehr männliche Konkurrenz bekomme, die der Welt zeigt, dass auch das starke Geschlecht stark sein kann. Nicht wahr, Olli? Eier! Wir brauchen Eier! Und wie gesagt: Ich bin auch bald wieder soweit. Versprochen!