Rumkugeln "Rumtatar"

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Fleischer statt Bäcker: Rumkugeln mal anders.

Was einem nach sechs Kilometern Regenjogging alles so einfällt. Da dies mein erster Ausflug in die Welt des Laufschritts war – mit Ausnahme zweier letztjähriger Runden um den Jacqueline Kennedy Onassis Reservoir im New Yorker Central Park – war ich danach platt, fertig, kaputt, am Ende. Ungewöhnliche Gelüste streiften mir durchs Hirn. Ich hatte Hunger. Ich wollte Fleisch. Ich wollte Schnaps. Und mein Körper wollte Obst. So kam es, dass das folgende, an eine WW-Vorgabe angelehnte Rezept direkt aus meinem Hirn meine zitternden Hände steuerte. Das Foto täuscht – nix angebrannt!

Rumkugeln „Rumtatar“
(14 ProPoints)

– 250 gr. Tatar
– 1 EL Rum (in meinem Falle Appleton Estate)
– 1 rote Zwiebel
– 1 Knoblauchzehe
– 1 EL Rosinen
– 1 EL gehackte Mandeln
– 1 TL Block House „Zaubergewürz“
– Salz und Pfeffer

Alles ordentlich klein hacken (besonders den Rum) und zu einem Teig zusammenkneten, 10 Kugeln formen, diese 8 Minuten in der Pfanne mit 1 EL Olivenöl durchbraten, herausnehmen und warm stellen.

– 1 frische Mango (in kleine Stücke geschnitten)
– 1 TL Honig
– 2 EL Mangosaft
– 1 TL Garam Masala

Das alles in den Kugelsud geben, weich und duftig braten und auf einem Teller anrichten. Kugeln oben drauf und RUMTATAR!

Ein Stern für einen Schinken

Pata Negra

Der Pata Negra Schinken, auch Jamón Pata negra oder Jamón Ibérico genannt, ist ein Rohschinken aus der Region Extremadura in Spanien. Pata Negra Schinken ist eine Delikatesse und kann es sowohl in der Qualität als auch im Preis mit seinen italienischen Verwandten Prosciutto di Parma und San Daniele Schinken oder seinem spanischen Verwandten, dem Serranoschinken, aufnehmen.
(Quelle: http://www.netzwissen.com)

Na, tropft den werten Lesern und WW-Interessenten schon der Geifer vom Kinn? Mir nicht! Denn dieses Bild dient nicht (nur) der Appetitanregung. Es soll vielmehr verdeutlichen, wieviel Gewicht ich schon verloren habe. Denn heute gab’s für mich den zweiten Stern. Insgesamt habe ich nun sieben Kilo abgenommen. Und genau so viel wiegt der abgebildete Schinken. Das muss man sich mal vor Augen führen. Diese Vergleiche sind sehr motivierend. Geht auch ohne Bild: 28 Pakete Butter! Eigentlich wollte ich noch den aus unser aller Sportunterricht unvergessenen Medizinball anführen. Den gibt es nämlich auch in der 7-kg-Variante. Bekannt ist aber eher der 5-Kilo-Klops, und der war doch schon schwer genug, oder?

Und nicht, dass wieder jemand höhnt: Ich habe heute nicht gefastet, ich habe Unterwäsche getragen und ich bin die sechs Kilometer zum WW-Treffpunkt nicht hechelnd gelaufen. Ich kleidete mich heute morgen dem ach bittren Winter gemäß, verdrückte mittags ein halbes Hähnchen (Ja natürlich mitsamt krosser Epidermis, sonst ist es ja kein Hähnchen!) und kurvte mit dem Auto direkt vor die WW-Tür. Es geht also irgendwie.

Im Treffen ging es heute um Mythen. Dazu soll auch gehören, dass man abends lieber Proteine statt Kohlenhydrate zu sich nehmen soll. In der WW-Welt sei das Blödsinn. Man solle das vertilgen, was gefällt. Das hat mich etwas nachdenklich gemacht, denn auch ich war diesem vermeintlichen Mythos schon länger auf der Spur. Aber mein Name ist nicht Udo Pollmer und auch nicht Hase. Also nehme ich das jetzt mal als gegeben hin. Heute abend gab’s einen Berg Reis mit Ragout Fin. So.

Hauptsache, es geht mir gut, und das geht es. Zum Abschluss noch etwas, das auch sieben Kilo wiegt:

Rollator

Heißer Tipp Nr. 5:

+++ Ins Allgäu ziehen +++

Nicht nur wegen der tollen WW-Coachin. Hier ist es so schön, da hält es keinen inneren Schweinehund in der Bude. Besonders wenn wie heute der Frühling durch den Winter lugt.

Ein Traum auf sechs Kilometern: Die Raunser Panoramarunde (Joggen: 11 PP, Wandern: 6 PP).

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Heißer Tipp Nr. 4:

+++ Zank und Hader senken den Punkteverbrauch +++

Bei der Arbeit einfach mal ganz fahrlässig Pannen provozieren oder Streit vom Zaun brechen. Dadurch entsteht Stress und Zeitdruck. Das spart Punkte, da zum einen der Appetit vergeht und zum anderen einfach keine Zeit mehr zum Essen bleibt. Und wenn doch noch irgendwo ein Peanut Dream Riegel lockt, kann man diesen hervorragend seinen Gegnern in die Haare schmieren.

Ich werde Bundesabnehmminister!

5Prozent

Ein Kilo ging in der letzten Woche auf Reisen. Ich muss da immer an diesen Swiffer-Werbespot denken, in dem der Staub streng des Hauses verwiesen wird und – den alten Koffer hinter sich herziehend – traurig von dannen stapft. Das bedrückt mich immer irgendwie. Ich habe Mitleid mit einer Staubkugel. Ist doch blöd, liebe Procter&Gamble-Werber. Jetzt sehe ich eine ein Kilo schwere Schwarte mit Tränen in den Fettaugen, die, ohne sich von mir verabschiedet zu haben, einfach weg ist. Aber Schwermut beiseite.

Denn dieses eine Kilo bescherte mir einen neuen Applaus beim heutigen Treffen:

Die 5-Prozent-Hürde ist geschafft!

Ich bin damit nun im Parlament von Weightwatcherland vertreten und kandidiere als Bundesabnehmminister. Besonders hilfreich dabei war wohl, dass ich heute bis zur abendlichen Zusammenkunft genau 0, in Worten „null“, ProPoints verbrauchte. Vormittags aß ich einen Apfel und trank schwarzen Kaffee, Mittag fiel sitzungs- und stressbedingt aus, um zwei gab’s ne Paprika, nachmittags dann 1,5 Liter Mate. Keine Absicht und kein Trick. Ich hatte einfach keine Zeit zu essen.

Nun muss ich mich mit den Folgen abfinden: Vor mir liegt es, das WW-Maßband mit integriertem BMI-Rechner, das ich anlässlich des Erklimmens der 5-Prozent-Hürde feierlich verliehen bekam. Klein, weiß und mächtig, denn von nun an wird alles anders. Hach, was war das bequem, immer nur aufs Gewicht zu achten. Jetzt muss ich auch noch diverse Körpermaße nehmen, was anfänglich groteske Verrenkungen bewirkt, wenn ich versuche, das vermaledeite Ding mit einer Hand um meinen Oberarm zu schlingen oder das Halsmaß abzulesen. Aber ich schaffe das irgendwann auch ohne Muskelkater.

Auf jeden Fall freue mich über insgesamt 5,8 Kilo weniger. Zum Dank an mich selbst gönnte ich mir ein 314-Gramm-Rumpsteak (11 PP), zwei Scheiben Toast (4 PP) und ’ne zünftige Halbe (7 PP). Howdy!

P.S.: Der Coachin schönstes Zitat von heute: „Möchten Sie nicht auch ausgiebig Spazierengehen können und dabei weniger hecheln als Ihr Hund?“ Gut, dass ich nur vergleichsweise genügsamen Hausstaubmilben ein Heim gebe. Bleib‘ bei mir, Staubkugel!

Heißer Tipp Nr. 3:

+++ Der Pedometer-Wampen-Trick +++

Der WeightWatchers-Pedometer ist eine gute Investition. Man hängt ihn sich vorne an den Gürtel oder an die Hosentasche. Der Effekt ist bestechend einfach: Wenn man ihn im Stehen sieht, hat man sein Wunschgewicht erreicht.

(Nebenbei kann man damit auch seine Schritte zählen, aber das nur am Rande…)

Zwei Gläser Wein…

iStock_Roséwein

Die gönne ich mir heute. Denn es geht doch! In der letzten Woche habe ich wieder zwei Kilo abgenommen. Das zelebriere ich nun mit einem frisch-fruchtigen Rosé – für jedes Kilo ein Glaserl. Zehn ProPoints als Belohnung.

Okay, ich gebe zu, dass ich alles getan habe, um am heutigen Wiegetag möglichst leer und leicht zu sein. Es wird zur Manie: Am Arbeitsplatz drei Mal die Treppe genommen (89 Stufen), morgens 200 Gramm 0,1%-Joghurt mit einem Apfel, einer Banane und ’ner Tasse Tee mit Honig. Mittags nur eine WW-Instantsuppe, die schon seit einem Jahr abgelaufen in meiner Schreibtischschublade wohnte, aber durchaus noch genießbar war. Was nicht heißt, dass sie auch geschmeckt hat. Nachmittags ein Stück Rüblitorte von meiner Lieblingskollegin. Macht insgesamt 15 ProPoints. Zwischen Arbeit und Wiegen nach Hause gefahren, gefastet und für eine halbe Stunde auf den Ruderporsche. Dann noch – ähm – alles raus, was geht und ab geht’s zum Wiegen, natürlich ohne Hemd unterm Pullover. Aber wie dem auch sei. Ich bin zufrieden.

Im Treffen ging’s dann darum, wie WW mit dem Familienleben vereinbar ist. Eine Teilnehmerin klagte, dass ihr überdünner Freund sich abends mit Toffifees vollstopft und sie, ihre Karotte mümmelnd, daneben sitzen muss. Auf die Frage der Moderatorin, wie man dieses Problem in den Griff bekommen könnte, murmelte eine andere Teilnehmerin: „Ihn ablenken“. Die Faschingsstimmung erlangte in dieser Minute ihren Höhepunkt, da die Chefin „Ihn ablecken“ verstand und sichtlich verstört wirkte.

Ich habe weder jemanden zum Ablecken noch zum Vereinbaren. Ich koche ganz allein für mich selbst. Basta. Und heute bin ich mal wieder besonders stolz: Hähncheninnenfilets mit einem selbt kreierten Relish aus Tomaten, Chili, Zwiebeln, frischer Minze, Balsamicoessig, Olivenöl, Honig und Gewürzen. Da ich etwas fror, schüttete ich das Relish in die Pfanne, in der das Huhn bereits lecker wurde, so dass nun auch das Relish lecker wurde. Und was soll ich sagen ohne rot zu werden? Das Essen wurde lecker. Für 13 ProPoints incl. 400 Gramm (!) Hühnerfleisch. Dafür entsorgte ich vorher noch einen Rest Rinderhack von 200 Gramm, da dieser allein 11 ProPoints gehabt hätte. Und morgen wäre es eh nicht mehr genießbar. Adieu, Bulle.

Jetzt muss ich nur noch diese wöchentliche Abnahme durchziehen, dann erreiche ich zu meinem Geburtstag das Wunschgewicht. Nicht? Na gut, dann eben nicht. Prost! Prost!

Rauf und runter, auf und nieder…

aufNieder

Nein nein nein! Ich habe noch nicht meine Sport-Blockade lösen können. Naja, mein Ruderporsche ist immerhin noch täglich für lächerliche fünfzehn Minuten gefordert. Nein, was die Überschrift besingt, ist nicht etwa die Dynamik meiner täglichen Situps und Kniebeugen sondern die Fieberkurve meines Gewichtes.

Denn letzten Dienstag war es endlich so weit: Mein erster herber Rückschlag. Alle saßen lächelnd im Kreis und nahmen rot vor Stolz ihre Auszeichnungen entgegen. Ich hingegen saß still und ungesprächig da und lauschte dem Vortrag – ausgerechnet über vegetarische Ernährung – nur mit halbem Hirn. Die andere Hälfte bearbeitete die Vergangenheit. 800 Gramm Zunahme! Wie konnte das nur passieren? Ich zergrübelte jeden einzelnen Tag der letzten Woche. Wo lag der Fehler? Bei der Whiskymesse (s. auch Bericht in meinem anderen Blog)? Nein, alles in allem hatte ich unter Zuhilfenahme des Wochenextras trotzdem diesen Tag gemeistert, ganz im Gegenteil: Am nächsten Morgen zeigte die Waage sogar ein Traumergebnis. Nein, ich fand die Sünde nicht, die zu diesem Debakel geführt hat.

Demotivation? Schuldgefühle? Aufgeben? Erstaunlich, was ein paar Gramm ausrichten können, wenn man gerade mitten in der Erleuchtungsphase von der Realität eingeholt wird. Aber nein, statt dessen krallte ich mir die Beraterin und quetschte ihr Wissen aus ihr heraus. Aha! Zu wenig gegessen. Sieh mal an. Ich habe mein Punktebudget nicht aufgebraucht. Dadurch habe mein Körper auf Hunger, Entzug und Katastrophe umgeschaltet und nutze nun die wenige zugeführte Energie viel effizienter. Also: Budget einhalten. Schön. Abends zwei Schokoriegel und’n schönes kühles Bierchen. „FREEZE!“ schien mir das Gesicht der Beraterin zuzubrüllen, so dass ich fast meine Hände zur Ergebung hoch nahm. So natürlich nicht. Statt dessen soll ich Fruchtsäfte schlabbern, statt fettreduzierten Produkten lieber die „guten“ benutzen, Nüsse kauen, feines Olivenöl verwenden, mein Knäckebrot leicht buttern und meinen Tee mit Honig süßen. Also doch kein lukullisches Upgrade. Aber auch schön. Dann schmeckt’s wenigstens besser.

Am nächsten Tag zeigte die Waage wieder 1,2 kg weniger. Ich hatte wohl doch nur das Mittagessen mitgewogen. Naja, schaden kann’s nicht. Ich habe gemerkt, dass es auch rückwärts gehen kann und damit meinem inneren Schweinehund das Fell versohlt.

Und alle Welt wartet nun auf den nächsten Dienstag. Dann werde ich mir mittags nur ein Minzblättchen einverleiben, zum Friseur gehen und keine Socken und Unterwäsche tragen. Dann klappt’s auch mit dem Wunschgewicht.

Ein Stern, der meinen Namen trägt

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Wollt Ihr wissen, was sich gerade in meinem inneren Ohr abspielt? Dann klickt doch mal hier.

Ich bin in fanfaresker Stimmung, denn ich erhielt beim heutigen WW-Treffen meinen ersten Stern! Die übliche Frage vor der Gruppe an mich: „Wie war Ihre letzte Woche?“ Ich antwortete: „Super, ich aß am Samstagabend eine Schweinshaxe mit Kartoffelsalat, ein Stück Apfelstrudel mit Vanilleeis und Sahne und trank dazu zwei Bier.“ Das entsprach der Wahrheit, aber warum schauen mich alle so seltsam an? Hab‘ ich was Falsches gesagt? Ja gut, etwas Kokettiererei gehört doch dazu. Also schnell nachgeschoben, dass mein Geheimrezept mein neuer Dampfgarer (ich berichtete) sei. Sie: „Und was haben Sie letzte Woche erreicht?“ Ich: „Zwei Kilo und insgesamt nun 3,6“. Und dann brach der Applaus los und ich nahm voller Demut und Ehrfurcht mein güldenes Papiersternchen entgegen. Seit heute weiß ich wie sich das anfühlt, auch wenn ich als Musiker schon viele klappernde Hände erlebt habe. Aber ein Rudel Frauen mit zwei verirrten Männern dazwischen, die mir lächelnd zeigen, was ich doch Megatolles für Körper, Gesundheit und Wohlbefinden erreicht habe … das macht schon Spaß.

Zwei Kilo pro Woche sind viel, eigentlich zu viel. Trotzdem werde ich in einer Woche bestimmt enttäuscht sein, wenn ich das nicht wieder erreiche. Ich habe mir selber die Latte direkt vor den Zinken gehängt. Hätt‘ ich doch bloß am Samstag noch zwei Obstler getrunken.

P.S.: Kennt Ihr Julie & Julia: 365 Tage, 524 Rezepte und 1 winzige Küche? Julie Powell hatte nach kürzester Zeit eine Riesenfangemeinde. Ich nicht. Ihr dürft also gerne kommentieren, retweeten, faven, liken, sharen, Emails schreiben oder mir Postkarten, Briefe und gerne auch Sach- und Geldgeschenke schicken. 😉

Heißer Tipp Nr. 2:

+++ Müll aufbewahren +++

Wenn man den Hausmüll nicht jeden Tag entsorgt und die Fahrten zum Wertstoffhof (Wir sind Bayern!) herauszögert, erreicht man irgendwann eine Trainingseinheit, für die man je nach Stockwerk 1-4 Punkte gutgeschrieben bekommt.

Und wenn die Nase von der Wäscheklammer wund ist, hilft der Rest aus der Penatendose (Restmülltüte, ganz unten links)