Hatte ich’s eigentlich schon erzählt?

Brain

Nein? Oh. Na dann wird’s aber mal wieder Zeit. Ich vergesse zur Zeit recht viel – in diesem Lebensumstellungschaos. „Change Management“ nennen das die Schlauköpfe dieser Welt. Wenn nur einer von diesen Experten jetzt auf meinem Sofa säße und mich professioniell beriete wäre das ein guter Anfang. Aber ich wollte ja berichten:

Am vorletzten Dienstag hatte ich meine karnivore Zwangspause beendet und mich wieder auf die Unerbittliche gestellt. Doch sie war mir wohl gesonnen. Ich hatte es tatsächlich geschafft, wieder auf den Vorpausenstand zurückzukehren. Naja, fast. 300 Gramm mehr. Das war die schönste Zunahme meiner WW-Historie. Weiter geht’s…

Aber was ist mit dem Spocht? Nach Bamberg hatten auch meine Laufschuhe Urlaub. Vom Erfolg motiviert schlüpfte ich hinein, verkabelte mich mit dem Laufcomputer und fuhr an den traumhaften Grüntensee. Ein mal Rum – äh rum – bitte! Eins zwei, eins zwei, ei…ns … zw… Was war das denn? Nach zwei Kilometern ging gar nichts mehr. Aus. Vorbei. Beine schwer. Muskelschmerzen. Puste weg. Nach drei Wochen Pause??? Also, ich muss schon sagen: Der Endspurt zum Wunschgewicht ist ein echter Kraftakt. Kann doch nicht sein. Also, einmal rum gegangen. Frustriert nach Hause. Resches Hühnchen. Bier. Bett.

Am letzten Dienstag war dann wieder Treffen angesagt und man traf sich auch. Ohne mich. Nein, ich habe nicht geschwänzt, sondern mit meinem Makler Interessenten für meine Noch-Wohnung ob ihrer Solvenz ausgequetscht. Das dauerte länger als geplant. Also stellte ich mich feierlich auf meine eigene Waage und stieg kopfschüttelnd wieder herunter. Nicht mehr und nicht weniger. Ich lamentierte nicht. Ich hinterfragte nicht. Es war mir gelinde gesagt Wurst, und zwar so richtig Salami. Ich stellte mich trotzig in die Küche und buk 65 (!) äußerst leckere WW-Muffins (Himbeer-Mascarpone und Schoko de Luxe). Für meine Kollegen, denn der Abschied nahte.

Aber mal ehrlich: Wie soll man sich auf WW konzentrieren wenn man ständig Wohnungen sucht, Wohnungen vermietet, Autos kauft, Jobs übergibt, Abschied feiert und Umzüge vorbereitet. Seit heute bin ich im Resturlaub. Wohnung(en) sind gefunden. Autokauf läuft immer noch und mein in 10 Jahren angesammelter Hausrat spricht sehr renitent mit mir. Trotzdem versuchte ich es gestern nochmal mit meiner 6,5km-Standardrunde – und schaffte sie. Nicht so rasant wie sonst, aber egal. Am 14.10. droht der 10km-Münchenlauf. Ich bin angemeldet, das war nicht billig. Also habe ich jetzt vier Wochen Zeit, wieder in Form zu kommen.

Und was war noch gleich mit WW? Gehört doch zusammen. Morgen ist mein vorletztes Treffen in Kempten, denn am 01.10. beginnt der neue Job in München. Mal sehen, was noch so zu reißen ist. Das Wunschgewicht wird’s wohl nicht. Aber vielleicht schaff‘ ich ja noch den Uneu.

Bierologisch-karnivore Zwangspause

Fressen

Huh. Fast einen Monat her, dass ich mich hier ausließ. Ich falle vor meinen Lesern um Vergebung flehend auf die Knie und komm‘ nicht wieder hoch. Ich bin zu schwer. Es ist aber auch wie verhext. Seit der Jobwechsel ansteht geht’s drunter und drüber, leider auch was mein Gewicht angeht. Nach meinem letzten Eintrag trat tatsächlich das Wunder ein. Ich hatte trotz Tollwood satte 1,2 Kilo weniger. Stern Nummer sechs. Hach, was war ich froh. Und wochs drauf nochmal 900 Gramm. Minus 19 prangt bis heute in meinem Teilnehmerbuch. Bis heute. Richtig. Aber nur weil ich seitdem nicht mehr im Treffen war. Das Chaos nahm seinen Lauf.

Da war zum einen Ameeerikaaa. Eine Woche Ohio. Geschäftlich. Heißt: Geschäftsessen reihte sich an Geschäftsessen. Es gibt dort offensichtlich im Gründerland von WW eine Untergrundorganisation zur Unterwanderung der WeightWatchers-Regeln durch guten Geschmack. Ich nenne sie die „SteakWatcher“ oder die „TripleChocolateCakeWatcher“. Denn Letzteres scheint die Spezialität der dortigen Provenienz zu sein. Ich fraß. Und ich fraß. Nebenbei fraß ich noch etwas, nur unterbrochen von kurzen Fresspausen. Mexikanisch, Französisch, Italienisch, Fast Food, Lunchboxes, Sandwiches – alles mit US-amerikanischer Liebe zubereitet. Ansonsten Meeting nach Meeting nach Meeting. Keine Zeit zum Rennen. Aber es war schön.

Zurück, wo die Wiesen grüner sind als anderswo, zeigte die Unerbittliche eine Zunahme von fünf, in Worten „5“, Kilo an. „Heidenei!“ rief ich mir entsetzt zu und schlüpfte in den Joggingdress. Nun muss ich an dieser Stelle ausplaudern, dass ich Fan von schicken Kurvendiagrammen bin. Aber mitnichten, wenn diese ständig nach unten zeigen. Also schwänzte ich das Treffen und ersetzte es durch Training und war auch bald darauf wieder auf Minus 18. Puh. Was man schnell anfrisst, kann man auch schnell wieder loswerden.

Dann kam Bamberg. Letzte Woche. Wofür ist Bamberg bekannt und warum fährt man dahin? Richtig. „U“ steht für „ungespundet“ steht für „naturtrüb“ steht für Kellerbier. Auf den sonnigen Kellern der Bamberger Altstadt lässt es sich aushalten und vor allem abschalten. Ich war satt von Wohnungsbesichtigungen und nächtelangen ImmoScout-Besuchen. Nicht satt war ich der fränkischen Speisen. Ein Bamberger Schäuferla kann ein Fleischfresser wie ich nicht ablehnen. Wollte ich auch gar nicht. Das war mein Wochenende. Am Sonntag kam ich zurück und sündigte auf der Allgäuer Feschtwoch gleich weiter. Gestern morgen zeigte die Vermaledeite wieder drei Kilo mehr an. Trotz bullig heißem 10-Kilometer-Tropenlauf am Sonnabend. Und die Sache mit den Diagrammen wisst Ihr ja nun. Jetzt sitze ich hier, schwänze erneut und wappne mich für weitere gerannte Kilometer.

Die Coachinnen werden dies nun lesen und voller Tadel und Berechtigung ihre Stirnen in Falten legen. „Hey, nicht drücken! Ab ins Treffen! Motivieren lassen! Weiter! Weiter! Weiter!“ Und ich senke reumütig mein Haupt – aber nur kurz, sonst kann ich diesen Bildschirm ja nicht mehr sehen – und unterlasse Ausreden. Es sind die Diagramme. Und die SteakWatcher. Und die BierWatcher. Um auf den vorchaotischen Stand zu kommen, braucht es nun weitere fünf Kilo. Dabei wollte ich vor meinem Neuanfang fertig werden, Gold werden.

Aber: Es war alles unheimlich schön. Es war alles unheimlich lecker. Und es war alles unheimlich wert, ein Rückwärtspäuschen einzulegen. Also liebe Coachinnen. Ich bin nicht weg. Ich komme wieder. Hasta la vista, Baby. Der Fettzellenterminator ist nicht geschlagen.

Alles richtig gemacht, und doch…

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Wüsste ich den richtigen, den einzigen Weg, sähe ich bereits aus wie eine Gerte.

Schon wieder etwas her, dass ich das letzte Mal meine virtuelle Tinte in diese Seite schüttete. Es ist dieses Auf und Ab und das Gefühl, bei seinem – nicht ganz zufriedenstellenden – Endgewicht angekommen zu sein, das mir ein wenig den Spaß versaut hat. Wisst Ihr noch, beim letzten Mal polterte ich meinen Ärger hinaus, dass es einfach nicht mehr weitergehen will. Und ich versprach, in der darauf folgenden Woche die Gesamtzunahme der letzten Wiegetermine in Höhe von einskommavier Kilo wieder auf einen Schlag wettzumachen. Und ich kann Euch sagen, ich hatte Erfolg. Eisernes Punktezählen, Beschränkung auf gemüsige Beilagen im innerbetrieblichen Gourmettempel, Verbannung jeglichen Gersten- und Rebensaftes aus dem Kühlschrank, dazu ein Drei- und ein Zehnkilometerlauf. Resultat: Zwei Kilo weniger. Nur ganz knapp (400 Gramm) den sechsten Stern verpasst. Ich war euphorisch und gäbe es eine Note für mündliche Beteiligung beim WW-Treffen, hätte ich wohl eine Eins bekommen. Ich tat wie ein Sieger, mischte mich motivierend überall ein und grinste breit bis über beide Ohren.

Letzte Woche war ich dann wieder ganz still.

Ich hatte den selben Wochenablauf wie in der Erfolgsphase. Wieder Häppchenzählen, wieder zehn Kilometer, wieder schmerzlicher Verzicht auf kulinarisch in den letzten Jahrzehnten Liebgewonnenes. Am Tag X selbst gab’s nur Hasenfraß. Ich rannte x-mal die 90 Stufen meines Arbeitgeberhäuschens rauf und runter und beschwingte mich fröhlich ins Treffen. Stolz verkündete ich Zursahne, dass mir eine Abnahme von 400 Gramm völlig ausreiche. Sechster Stern eben. Doch dann das bekümmerte Gesicht hinter der Waage. Leider nein. 700 Gramm Zunahme.

Das ist ja per se kein Beinbruch. Aber das war wirklich das erste Mal, dass ich komplett von den Socken war. Nie war ich meiner Sache so sicher gewesen, und dann das. Was war denn nun los? Die Coachin fragte mich, ob ich am selbigen Tag viel getrunken hätte. Ich begann, ihr die Geschichte vom Mate-Tee und dessen Auswirkungen zu erzählen, was sie verständlicherweise gar nicht ganz so genau wissen wollte. Also setzte ich mich auf meinen gelben Stammplatz und lauschte den Erfolgen der Anderen. Ich war ja gewohnt, dass ich nach dem Treffen eh wieder besänftigt von dannen ziehen würde. Aber dies mal rief ich mit aller aufzubringenden Misanthropie meinen Frust dazwischen. Kann ja wohl nicht sein. Alles Schei…, Deine Elli. Mein letzter Stern ist schon sechs(!) Wochen her. Ich nannte ihn genau genommen nicht „Stern“, sondern gramerfüllt „Papierschnipsel“, was mir einen gut gemeinten Tadel bezüglich meiner Wertschätzung gegenüber den WW-Devotionalien einbrachte. Besänftigend nahm ich mir schriftlich vor, genauso weiter zu machen, denn ich war mir ja keiner Schuld bewusst.

Heute bin ich gut gelaunt, da ich bei bestem Laufwetter den Grüntensee in einer Stunde umrundete. Ist aber auch ein schönes Fleckchen, dieses Allgäu. Aber ich habe meinen Auftrag nicht erfüllt. Es kamen Anlässe über Anlässe dazwischen. Ich fraß Schnitzel, Currywurst & Co. und erwarb gestern auf dem Tollwood-Festival als Stärkung für das Lady Antebellum-Konzert ein Spanferkel-Ochsenfetzen-Bio-Knauzen an zweierlei vom Bier. Der Regen machte zwar aus dem zweiten Bier eine Bierschorle, aber geschmeckt hat’s trotzdem. Das weltgrößte Feuerwerk überm Olympiastadion rundete einen rundum gelungenen Tag ab.

Das Schöne ist, dass ich mich nicht wundern würde, zeigte die Vermaledeite am Dienstag trotzdem wieder eine Abnahme an. Wegen Unverkrampftheit. Schaun mer ma.

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Soweit die Füße tragen…

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Die Lösungen zu des Läufers Problemen können so einfach sein, wenn man sie nur kennen würde. Dabei liegt es doch auf dem Fuß: Wenn bei 5000 Metern regelmäßig die Puste ausgeht und die Laufzeit immer fast exakt gleich ist, gibt es ja eigentlich nur eine logische Konsequenz, auf die ich von Ehrgeiz zerfressener Mitdemkopfdurchdiewand aber selbst nicht kam. Der Laufpapst höchstselbst, Herbert Steffny, musste den Knoten lösen. Er schrieb mir, ich solle einfach mal Tempo rausnehmen. Nicht die Strecke würde töten, sondern das Tempo.

Nun lief ich ja bei Wettläufen bisher schon mit den Ü70ern gemeinsam ein und war froh, dass an der Ziellinie überhaupt noch jemand da war, um mich in Empfang zu nehmen. Beim Kemptener Stadtlauf überholten mich sogar Walker und Rollstuhlfahrer. Aber ich meine hey, mich hetzt ja keiner. Also los, dachte ich mir, und los ging’s. Dazu sei gesagt, dass meine Allgäuer Heimatstrecke wie auch mein Läuferleben von vielen Höhen und Tiefen geprägt ist. Kurz vor Kilometer 2 kam dann auch schon der Berg vorm Bienenhotel, den ich sonst nur schnaufend hochstapfen konnte. Und ich merkte, irgendetwas war anders. Ich lief (also joggte, liebe Allgäuer) ihn hoch. Unfassbar. Irgendwie ging alles recht leicht. Nach 3,5 Kilometern folgte ich dann Robert Frost (Zwei Wege boten sich mir dar, und ich nahm den der weniger betreten war.) Ich geriet auf einen von zich Allgäuer Schwerstgewittern völlig aufgesumpften Wiesenpfad. Die Sonne brannte. Bremsen aßen meine Wade. Cross-Running? Hatte ich eigentlich nicht vor, aber umkehren war tabu. Bei Kilometer 6 kam ich endlich wieder auf eine Straße, die ihren Namen verdient. Ich bin definitiv Asphaltläufer. Welch Genuss, obwohl nun eine endlose Steigung folgte. Ich starrte auf den Boden, schwang die Arme wie Forrest Gump und joggte mit Tippelschritten weiter. Ich sah das herrliche Alpenpanorama … ja gut, hin und wieder habe ich doch mal hochgeschaut … und ließ mich durch den vermaledeiten Grünten ablenken, den ich nach fast 10 Jahren noch immer nicht bestiegen habe. Huch! Die Steigung war geschafft. Abwärts zu der einsam im Wald gelegenen Zimmermannswerkstatt. Der Seniorzimmermann spielte immer noch Rummikub mit seiner Frau. Wie schon auf dem Hinweg. Beide schauten mir murmelnd nach. Der Rest verlief am Rande meines Lebens. Ab. Auf. Auf. Ab. Auf. Auf. Ab. Sagt mal, wer um alles in der Welt hat eigentlich das Allgäu gebaut? Hatte er zuviel Sand und Steine übrig? In Dänemark war’s leichter.

Aber dann kam ich wieder auf meine Heimstrecke. Meine Uhr zeigte 9 Kilometer an, der letzte Rest war Kür. Ich zog nochmal an, bis mir vor meiner Haustür die Beine versagten. Ich lehnte mich an mein Auto und dachte nicht an Schokolade. Endorphine hatte ich genug. Nach – genau hinlesen – elf, in Worten 11, Kilometern!!!

Duschen. Trinken. Schlafen.

P.S.: An dieser Stelle möchte ich ausnahmsweise mal Werbung machen. Wer sich für’s Laufen interessiert, sollte nicht an Herbert Steffnys Laufbibel vorbeilaufen. Gibt für knapp 30 Euro hier bei Amazon.

Jetzt reicht’s!

Verdammich!

Verdammich, verdorrich nochma! Da freut man sich vor vier Wochen darüber, dass man einen Rasenmäher abgenommen hat und dann geht’s drei Wochen hintereinander wieder rauf. Ja, ich war durch große Veränderungen abgelenkt. Ja, ich hatte Urlaub und fraß Mutters Hausgemachtes mit Inbrunst. Ja, es ist normal, dass es immer mal wieder hakt. Aber drei erfolglose Wochen machen mich mürbe wie Mutters Heidesand. Denn ja, ich bin in einer Woche vier mal fünf Kilometer gerannt und ja, ich bin stundenlang durch dänische Dünen gewandert.

Ist es das, was doch so einige das Gewehr ins Getreide schmeißen lässt? Ich bin durchaus versucht. McDonald’s Schlemmerplatte? Aber ich versuche, der Versuchung zu widerstehen. Einskommavier Kilo habe ich nun wieder mehr und wisst Ihr was? Ich weigere mich, das Männchen oben auf dieser Seite zurück zu scheuchen. Nix! Denn jetzt will ich’s wissen, obwohl ich’s eigentlich besser wissen sollte. Feierlich setze ich mir heute zum Ziel, bis nächsten Dienstag die Position des kleinen Mannes wieder zu rechtfertigen. Wenn Björn Otto für London acht Zentimeter mehr anvisiert, um mit einer fünf Meter langen Latte über eine sechs Meter hohe Latte zu hüpfen, dann ist das ein hehres Ziel. Sagen die Medien. Und wenn ich einskommavier Kilo in einer Woche abschütteln will, dann ist das ein hehres Ziel. Sage ich. Zursahne ruft: Ist das machbar? Ich rufe: Ja. Zursahne ruft: Ziehst Du das durch. Ich sage: Ja. Und freue mich schon darauf, nächste Woche in sülzenden Worten mein Versagen zu rechtfertigen. Wie bitte?

Bevor man mir aber nun zu viel Gegreine vorwirft, berichte ich auf Anforderung vieler nun noch ganz sachlich von den Erlebnissen des Strandläufers. Es goss in Strömen genau so stark wie in Vejers. 267 Läufer traten an. Viele blieben zu Hause in der guten Stube. Aber was sollte ich machen, schließlich war der ganze Urlaub 1.100 Kilometer nördlich nur deswegen zustande gekommen. Also Jacke zu, Brille ab und los. Die ersten 2,5 Kilometer liefen problemlos. „Wieso geht denn das so leicht?“, dachte der ungeübte Regenrenner. Dann kam der Wendepunkt. Vom Norden zurück in den Süden. Und ich wusste plötzlich warum, denn wie ein Haubentaucher auf Südkurs auf der reißenden Iller kam ich nicht voran. Wind. Will sagen: Sturm. Ein wahrer Gegenorkan. Vielen war das zu blöd. Kopfschüttelnd warfen sie ihre Handtücher. Aber was sollte ich machen, schließlich war der ganze Urlaub 1.100 Kilometer nördlich nur deswegen zustande gekommen. Also weiter. Ein gefühltes Jahr später kroch ich über die Ziellinie und steuerte schnurstracks auf die Gratisbananen zu. Meine Familie hatte noch nicht mit mir gerechnet und verpasste im trockenen Souvenirladen meinen Zieleinlauf. 36:38 Minuten. Platz 145. Mittelfeld. Eine gefühlte Sekunde später saß ich im gemütlichen Feriehus und fraß Kanelstang. Es war geschafft. Ich war geschafft. Das Gebäck war geschafft.

Als nächstes ist der München Marathon am 14. Oktober dran. Ob fünf oder zehn Kilometer? Weiß noch nicht. Ich sag‘ nur: Acht Zentimeter…

In Fleisch und Blut

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17 Kilo! Junge Junge, das muss man sich mal vorstellen. In nicht einmal fünf Monaten. Mitte Januar war ich noch ein mürrischer Klops, der sein unzufriedenes Dasein größtenteils in römischer Genusspose auf seinem Lectus Triclinaris fristete. Ich sehe noch vor mir aufgereiht nahezu alles was Pizzaservice und McDonald’s so hergaben. Ich bestellte nicht etwa einen Insalata Mista. Nein, es war eine Riesenpizza mit Huhn, Spaghetti und Sahnesauce. Und zum Nachtisch durfte es noch ein komplettes Nudelgericht sein. Beim Drive-In gab’s nicht einen Burger, nicht zwei, sondern drei. Mit Pommes und Mayo. Ich kannte jede Gerichtssendung, jeden Vorabendkrimi und jede Casting-Show. Die Flimmerkiste war mein bester Freund.

An Casting-Shows komme ich auch heute nur selten vorbei. Und bei McDonald’s habe ich gerade heute meine 1,9-Kilo-Wochenabnahme belohnend zelebriert. Aber was früher DSDS war, ist jetzt The Voice of Germany und aus dem 3-Burger-Menu wurde der Grilled Chicken Salad und – wenn ich besonders ruchlos bin – auch mal ein Hamburger. Ja, ich höre die WW-Facebook-Mitglieder jetzt völlig berechtigt spitz aufschreien und greinen, dass ich doch gerade eben nach den Punkten für Teamburger und Chicken Sticks gefragt habe. Asche auf mein Haupt! Ich habe sage und schreibe 25 Minuten in der Schlange gestanden, da musste ich einfach trotzig aus der Rolle fallen. Erstaunlich, dass bei einem Kassenfehler gleich vier (!) Donaldinen gleichzeitig versuchen müssen, das Problem zu lösen und dabei die hungrig geifernden Mäuler in den anderen Schlangen ihrem Schicksal überlassen. Aber das nur am Rande.

Die schönste Erkenntnis meiner kleinen 17-Kilo-Feier war, dass mir das WW-Verhalten inzwischen in Fleisch und Blut übergegangen ist. Die guten Gewohnheiten nisten sich also an den Stellen ein, die aufgrund des Massenexodus meiner Lipide leer stehen. Lebt wohl, Blut- und Körperfett, willkommen Ernährungsbewusstsein. Den schwierigsten Lernprozess macht dabei wohl mein stattlicher Riechkolben durch. Wenn er vor nicht allzu langer Zeit eine Currywurst erschnupperte, hatte er noch das Sagen und setzte seinen Willen durch. Heute hat der Zinken es da etwas schwerer, denn da reden jetzt so einige mit: Hirn, Gewissen, Endorphine, Laufmuskeln, Gaumen und sogar die Augen. Change Management heißt hier die moderne Herausforderung.

Die letzte Woche war purer Stress. Ich musste eine wichtige Entscheidung fällen, die mich an den Rand des Erträglichen gebracht hat. Ein Jobwechsel stand zur Debatte. Verlassen der lieb gewonnenen Komfortzone? Nach fast zehn Jahren kündigen? Umziehen von der Provinz in die große Stadt? Neuanfang? Da hatte ich nun wirklich keine Zeit, mich gedanklich großartig auf WW zu konzentrieren. Aber siehe da: Trotzdem folgte ich unbewusst weiter den Regeln und verlor in einer Woche 1,9 Kilo.

Aber bevor ich hier wie ein unschuldiges und auf ewig geläutertes Englein da stehe: Ich fresse immer noch Burger, Steaks und Nudelberge und saufe Bier, Whisky und Wein. Nur alles etwas gemäßigter und in gesundem Wechsel mit Grünzeug, Sattmachern, Mate und Wasser. Und beim geringsten Anlass schlage ich hemmungs- und maßlos zu. Aber am Ende der Woche stimmt halt doch das Punktebudget. Noch fünf Kilo und ich bin nach BMI gesund. Bleibt nur noch der obligatorische Anschauungsunterricht für Euch, liebe Leser. Nachstehend wie schon so oft, ein paar 17-Kilo-Beispiele.

Foto

Und übrigens: Ja, ich habe den Neuanfang gewählt. Große Veränderungen stehen an. Vorfreude und Panik wechseln sich ab. Aber erstere gewinnt immer mehr die Oberhand. Seltsames Jahr, dieses 2012: Abnehmen, Laufen, iPad, Jobwechsel, Landflucht und nicht zuletzt auch dieser Blog. Was da wohl noch alles kommt.

Und noch übrigenser: Zursahne war heute im Treffen wieder bestens in Form. Wobei ich nun – und das ist eine Weltpremiere – ausnahmsweise doch mal mäkeln muss. Keine Angst, Zursahne, nicht an Dir. Ganz im Gegenteil. Ich muss nur immer wieder über die weiblichen Multitasking-Talente einiger Teilnehmerinnen staunen. Gleichzeitig zuhören und sich angeregt unterhalten – das möchte ich auch mal können. In der Schule gab’s für diese Schwatzhaftigkeit schon mal ’nen Eintrag ins Klassenbuch. Ist doch auch eine Sache des Respekts für die Vortänzerin, oder? 😉

An Apple a day keeps the Android away!

iPad

Nachdem ich ja schon abnahmebedingend unheimlich viele Äpfel im Vergleich zu meinem Vorleben förmlich inhaliere (geschält, geschnitten, gebraten, geschmort, gekocht und gejoghurtet), musste das paradiesische Sündenobst nun in letzter Konsequenz auch in elektronischer Form in mein Leben Einzug halten. So leset denn hier meinen ersten Blogbeitrag, verbrochen am nagelneuen Augentupfer. Einen Eierbecher hatte ich übrigens nie.

Diese endorphinversprühende Neuanschaffung agiert übrigens absolut WW-konform: Sie lässt einen nicht los. Man kommt schlichtweg gar nicht mehr zum Essen. Und wenn, dann kann man es gleich in der WW-App anprangern. Heute morgen habe ich aber mal Pause gemacht. Ich wollte ehrgeizzerfressen versuchen, joggenderweise die zehn Kilometer zu schaffen. Kläglich gescheitert. Nach fünf gingen Puste und Muskelkraft in einträchtiger Solidarität gleichzeitig stiften. Wahrscheinlich war ich noch erschöpft vom anstrengenden Autorennen, in dem ich es an einem Abend vom Anfänger bis zum Vollprofi gebracht habe. Natürlich nur virtuell. Ist ja klar. Aber wo war ich noch gleich? Ach ja, bei meinem Langstreckenversuch. Zu meiner Ehrenrettung sei noch erwähnt, dass ich die Strecke trotzdem vollendet habe. Die zweite Hälfte brachte ich zügig gehend (allgäuerisch: laufend) hinter mich.

Danach halfen dann eine (fast) kalte Dusche, eine Flasche Wasser und ein Berg Nudeln (bis ich „satt“ war, ähem) mit Meeresfrüchten in Tomatensauce, mich wieder internetfein zu machen. Und schwupps – da bin ich auch schon. Morgen treffe ich dann wieder meine Freundin, die Waage. Schade, dass ich sie nicht mit dem Traumgewicht konfrontieren kann, das meine Heimwaage direkt nach den zehn Kilometern gezeigt hatte. Das wäre einfach zu schön. Es muss aber trotzdem fluppen, denn der Druck erhöht sich. Ich muss nun definitiv bis Anfang September mein Ziel erreichen. Warum? Das verrate ich Euch dann voraussichtlich beim nächsten Mal.

6.549 Herzschläge verbrennen 793 kcal

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Es ist geschafft. Die Mauke war still und hat sich unheimlich brav benommen. Und ich sitze nun wieder vor meinem Computer. Etwas erschöpft, aber stolz wie Oskar. Weiß übrigens jemand, welcher Oskar in dieser Redewendung eigentlich gemeint ist? Ich nicht. Also, nun sitze ich hier und werte mit roten Ohren die Ergebnisse meiner Pulsuhr aus. Damit das auch jeder nachvollziehen kann, gibt’s heute ein paar Extrabilder. Einfach draufklicken, dann wird’s größer:

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Stark, was die Technik heute so zustandebringt, nicht wahr? Ja, und was sagt uns das jetzt? Folgendes:

1. Ich hatte mit 45 Minuten gerechnet und stolperte schon nach knapp 37 Minuten sabbernd ins Ziel.

2. Schaut Euch mal den irrsinnigen Endspurt an. Showeinlage fürs Fotofinish. Noch ein Herzschlag mehr, und ich wäre gestorben.

3. Ich habe so gut wie keine Gehpausen eingelegt. Na gut, ganz kurz am Krematorium (0:17), aus Pietät, und am Schlosspark (0:32), um die schönen Blumen anzuschauen.

4. Bei 0:31 hat mich ein Geisterläufer nach dem Weg gefragt, deshalb ging der Puls kurz runter. Nein, war’n Scherz. Der wahre Grund bleibt mir wohl für immer verborgen.

Nur schade, dass die Auswertung noch nicht im Internet veröffentlicht ist. Ich wüsste gerne meine offizielle Zeit und meine Platzierung. Aber eigentlich auch egal. Geschafft, das ist das was zählt. Aber am Anfang kam schon Frust auf, als mich spielende Kinder, geschobene Rollstühle und Nordic Rentner en masse überholten. Junge, was bin ich doch langsam. Aber dafür konnte ich mein Tempo so gut wie konstant halten. Pah! Und ich war danach noch so „fit“, dass ich noch meinen Chefs beim Start zum Halbmarathon zujubeln, ein sündhaft leckeres Grillsteak verdrücken und anschließend zur Messe in die BigBox watscheln konnte, um die lieben WW-Coachinnen dort zu besuchen.

Naja, jetzt kann ich mich nach all dem nudeligen Carboloading wieder voll und ganz auf WW konzentrieren. Sonst krieg ich am Dienstag noch Schimpfe. Ich will doch WW-Uhu werden. Und den vierten Stern. Und die 25-Pfund-Urkunde. Und mein Zielgewicht habe ich ganz frech jetzt mal auf Anfang September festgesetzt. Aber das ist eine andere, eine gaaanz lange, eine fast schon futuristische Geschichte, die ein andermal erzählt werden soll. Jetzt hänge ich mir erstmal meine Medaille um den Hals und nehm sie nie wieder ab. Na gut…


Nachtrag: Meine Zeit lautet 0:36:21. Und es waren noch drei männliche Läufer hinter mir. Ein U14, ein U18 und ein Ü60. Yippie. Ich war nicht der Letzte, sondern der Zweihundertfünfundsechzigste.

Der Osterhase meldet sich zu Wort – ein Interview

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Wo soll ich nur anfangen? Da ist man mal ein paar Tage offline und schon gibt’s so viel zu berichten. Für die Neugierigen zu allererst. Ich fraß. Ich fraß viel. Und ich lief. Ich lief viel. Resultat beim heutigen Wiegen: 100 Gramm Zunahme. Puh, gerade noch mit einem blauen Auge davon gekommen.

Aber kommen wir nun zu Wichtigerem. Ich hatte mich ja mit dem Osterhasen im Wald verabredet. Hier nun das ungeschnittene Interview über Logistik, Glaubensfragen und den Schlankheitswahn:

Der Weightwatcher: Herr Hase, es freut mich, dass Sie sich die Zeit für dieses kleine Exclusiv-Interview nehmen. Aber wie schaffen Sie das, gerade in der Go-Live-Phase Ihres alljährlichen Projektes derlei Termine wahrzunehmen?

O. Hase: [streicht sich süffisant über das Barthaar] Nun, das ist alles eine Frage der Logistik. Ein ausgeklügeltes System. Tut mir leid, dass ich gleich am Anfang dieses Gespräches eine Antwort aus Geheimhaltungsgründen ablehnen muss, aber Sie wissen ja, die Konkurrenz schläft nicht.

Der Weightwatcher: Ja, der Weihnachtsmann. Aber offen gesagt sehen Sie im Vergleich zu ihm recht ausgemergelt aus. Hat der Weißbärtige sein Geschäft besser im Griff?

O. Hase: „Economies of Scale“* ist hier das Stichwort. Schauen Sie mal, er bringt nicht nur Eier, sondern Geschenke von manchmal nahezu unschätzbarem Wert. Das erhöht natürlich seine Popularität und aufgrund der höheren Margen auch sein Investitionspotenzial. Der Mann in Rot verfügt über eine Armee von Wichteln, die ihm zur Hand gehen. Dazu kann er sich ganz andere Fortbewegungsmittel leisten. Beim neuesten Reindeer GTI tränen mir schon vor Neid die Augen. Sein System ist perfekt organisiert, da greift ein Rädchen ins andere.

Der Weightwatcher: Höre ich da eine gewisse Verbitterung heraus?

O. Hase: Ich kann nicht verleugnen, dass mein Geschäft sich eher suboptimal entwickelt.

Der Weightwatcher: Inwiefern? Glaubt niemand mehr an den Osterhasen?

O. Hase: Daran liegt es nicht. Ganz im Gegenteil, auch der Weihnachtsmann profitiert eher vom Kommerz. Man muss nicht glauben, um sich reich beschenken zu lassen. Nein, es liegt eher am Produkt. Sehen Sie, ich transportiere Eier. Hühnereier, Schokoladeneier, Geleeeier, Fondanteier und und und. Aber da gibt es eine internationale Bewegung, die mir mit geschliffen rhetorischer Propaganda das Geschäft verdirbt.

Der Weightwatcher: [errötet] Sie meinen die WeightWatchers.

O. Hase: Ganz recht. Diese Fanatiker belegen all meine Produkte mit Strafpunkten. Je süßer das Ei, desto höher die Punktzahl. Selbst Hühnereier werden zwar großzügig „gesunde Sattmacher“ genannt, aber auch dieses Naturprodukt wird angezählt. Das macht der Branche schon sehr zu schaffen. Und es werden immer mehr.

Der Weightwatcher: Aber kann Qualität nicht der Schlüssel sein, dieses Problem zu überwinden?

O. Hase: Hin und wieder werden auch die härtesten Revoluzzer bei feinstem Lübecker Marzipan oder edlem Cognac XO mal schwach, dann schlägt unsere Stunde. Aber das rettet nicht die Situation. Besonders die Uhus sind hartnäckig. Vom Aussterben bedroht – dass ich nicht lache.

Der Weightwatcher: Uhus?

O. Hase: Ja. Diese Standvögel sind unerbittlich. Sie vertreten die Ansicht, sie hätten mit weniger als hundert Kilogramm Eigengewicht bereits viel erreicht und fühlen sich als etwas Besseres. Sie sind leichter, wendiger und unberechenbarer als der Rest der Bewegung und verweigern sich jedweder Konsumhaltung, um ihre Position zu wahren.

Der Weightwatcher: Können Sie da mit ihren schlanken Strukturen nicht gegenhalten?

O. Hase: Ich weiß, worauf Sie hinaus wollen. Ich bin schnell, drahtig, topfit und muss mich nicht auf Reindeers und schwere Schlitten verlassen. Mir reichen meine Läufe und ein Weidenkorb auf dem Rücken. Wäre ich Mitglied der Bewegung, würde das sogar meine Konsumquote aufgrund ausgeklügelter Bonussysteme erhöhen. Aber was bringt mir das? [zögert] Was haben Sie da eigentlich in Ihrer Tüte?

Der Weightwatcher: [errötet erneut] Klamotten. Ich war heute Einkaufen und habe mir Hosen gekauft, da die alten nicht mehr passen. Von 40 auf 36, zwei Größen runter.

O. Hase: Da haben Sie’s. Trage ich Kleider? Wäre ich fülliger, wäre das allen egal. Ich würde sogar noch als niedlich bezeichnet werden. Aber bei Euch Menschen ist das anders. Und hier sind wir auch schon wieder beim Wettbewerber. Der dicke Mann mit dem weißen Bart muss sich nicht um die Abnehmerbewegung scheren. Statt Süßigkeiten liefert er dann eben die besagten Hosen aus. Ich habe nur meine verpönten Eier.

Der Weightwatcher: Welche Strategien entwickeln Sie, um diese Krise zu meistern?

O. Hase: Der einzige Weg führt über die Diversifizierung. Wir müssen umdenken. Wir forschen nach neuen Produkten, die von der Bewegung unangetastet bleiben und trotzdem in unsere logistische Gutstruktur passen. Eierpflaumen sind momentan ein Schwerpunkt unserer Entwicklung. Wir arbeiten daran, mehrfarbige Exemplare mit optimaler Rundung zu züchten. Auch mit Tomaten und Paprika gehen wir diesen Weg. Knackpunkte sind die eingeschränkte Haltbarkeit und die hohen Anforderungen an eine qualitätssichernde Lebensmittellogistik.

Der Weightwatcher: Herr Hase, ich danke für das Gespräch und wünsche Ihnen alles Gute für Ihren Forschungs- und Entwicklungsbereich.

O. Hase: Lassen Sie mich an dieser Stelle noch darauf hinweisen, wie gesund Eier sind. Geben Sie sich einen Ruck. Frohe Ostern!

*: wirtschaftlicher Größenvorteil (die Red.)

Neue WW-App: ImageCalc

ImageCalc

Das ist ja unheimlich! Gerade hat mir ein Freund, der gerade Urlaub in den USA macht, dieses Foto geschickt. Für eine größere Ansicht einfach draufklicken. Offensichtlich testet WeightWatchers dort gerade eine neue App, den ImageCalculator, kurz: ImageCalc. Er soll den WW-Mitgliedern das Herumrechnen ersparen, so dass sie sich voll und ganz auf Ernährung und Bewegung konzentrieren können.

Die Funktionsweise ist relativ einfach: Man schaltet die Kamera des Mobiltelefons ein und richtet sie auf ein Lebensmittel, egal ob es sich um eine frische Tomate, einen verpackten Schokoriegel oder ein saftiges Rindersteak handelt. Statt auf den Auslöser drückt man nun am Handy die „W“-Taste. Nun wird kein Foto erstellt, sondern das Display zeigt an, um welches Lebensmittel es sich handelt und wieviele ProPoints die fotografierte Menge hat. Über ein Kontextmenu kann man den Wert entweder in einer persönlichen Datenbank abspeichern oder direkt ins Tagebuch des Online-Assistenten übertragen lassen. Hierbei wird noch abgefragt, welcher Anteil an der fotografierten Menge ins Tagebuch einfließen sollen. Optional kann man im ImageCalculator eine Warnfunktion aktivieren. Sollte es sich um ein kritisches Lebensmittel handeln ertönt ein akustisches Signal und ein rotes Kreuz im Display. Gleichzeitig wird ein Alternativ-Lebensmittel angezeigt. Den glücklichen iPhone-Usern wird dies alles von der freundlichen Siri erklärt. Ein weiterer Zusatznutzen: Verbunden mit einer Navigationssoftware führt die App den Anwender zum nächstgelegenen WW-Treffen. Das ist besser als jede Hilfe-Funktion.

Der Test scheint recht positive Ergebnisse zu zeigen, denn „USA Today“ berichtet davon, dass die WW-Techniker schon an einem Add-On arbeiten, dass dann auch fertig zubereitete Speisen erkennt. Dieses soll am 1. April 2013 zum Download bereit stehen. Dann hat die Schätzerei in der Kantine, beim Lieblingsitaliener oder im Sterneschuppen endlich ein Ende.

Weiter so, liebe WeightWatchers-Forscher. Kann’s gar nicht erwarten, die deutsche Version auf meinen Blackberry zu laden.