Heißer Tipp Nr. 7:

+++ Mit Stäbchen essen +++

Alternative 1 – „Ich kann nicht mit Stäbchen essen“:
Mit Stäbchen essen! Egal, was auf dem Teller ist. Klappt eh nicht. Der Magen bleibt leer. Unheimlich praktisch und wirkungsvoll.

Alternative 2 – „Ich kann mit Stäbchen essen“:
Entweder statt Reis Mahlzeiten wie Steak, Brötchen und Lammkeulen einsetzen oder andere Stäbchen verwenden. Je größer der Hunger, desto kleiner die Stäbchen. Zahnstocher bieten sich hier an. Oder Streichhölzer.
Der ultimative Doppelnutzen für ganz Kreative: Fischstäbchen. Die zerfallen fettig triefend zwischen den Fingern, das verdirbt den Appetit. Und wenn sie nicht zerfallen gilt Alternative 1.

Guten Hungel!

Goggl ja. Uhu nein.

Uhu-Huhn

Wie schreit man noch gleich virtuell? Ach ja:

KRUZINESEN! DAS KANN DOCH ALLES NICHT WAHR SEIN, VERDAMMICHNOCHMAL!

Gut, ich beruhige mich wieder. Ist aber nicht einfach. Wie lange krebse ich jetzt schon in den Hundertkommairgendwas-Gewichten rum? Lange. Ebenso lange ist es her, dass ich den Netto-Uhu gefeiert habe. Aber brutto wollen mir einfach keine Federn wachsen. Da sprinte ich mir die Seele aus dem Leib, stehe beim Essen mit dem Rohrstock hinter mir selbst, überwinde den Futterneid auf meine Kantinengenossen und … bleibe wie ich bin. Wenn ich das wollte, fräße ich „Du Darfst“-Produkte. Will ich aber nicht. Meine Waage ist in Lebensgefahr. Könnte sein, dass ich mit meinem Übergewicht bald unkontrolliert darauf herumtrample. Miststück.

Aus lauter Trotz habe ich diese Woche gevöllt. Mittags warm, abends warm, Wein und Bier, Eis mit fünf Kilometern Anlauf und beim Auswärts-Spargelessen die Bärlauch-Hollandaise ausgelöffelt. So! Und dann veranstaltete ich gestern abend noch mit ein paar WW-Mitstreitern ein herzhaftes Gogglessen. Ja, mit Pommes! Und es war schön, denn zum einen hat das knusprige Federvieh gar köstlich gemundet und zum anderen war es richtig nett, zusammen mit anderen Leidensgenossen mal fünfundzwanzig (PP) gerade sein zu lassen. Eine fröhliche Runde war das. Hat Spaß gemacht. Und Uhus fressen schließlich Goggl.*

Aber, liebe Leser, lasst Euch nicht von mir demotivieren. Heute werde ich den Reset-Knopf drücken. Ein Neustart muss her. Runter- und wieder hochfahren. Ich werde Rezeptbücher wälzen, Einkaufslisten schreiben, den Dampfgarer entkalken, den Roséwein wieder warm stellen und wie bekloppt durch den Regen rennen. Au revoir, Wochenbonus. Ich taste Dich nicht mehr an.

Heute ist Feiertag. Heißt konkret: Wiegetag fällt aus, da ich an den Alternativterminen keine Zeit habe. Vielleicht ganz gut so, dann kann ich noch eine Woche Sushi futtern. Denn: Wer Algen frisst, kriegt Galgenfrist und ohne Reis keinen Preis. Wasabi nicht schon alles versucht. Ach Soja, das wollte ich noch los werden: Diesem Wutbeitrag folgt ein weiterer heißer Tipp zum Thema Asia-Food. Aber da die meisten ja von oben nach unten lesen, habt Ihr den ja eh schon gelesen. Manchmal verstehe ich mich selbst nicht. Schuhu!

*Allerdings nicht immer, wie ein Klick auf das Bild beweist.

Sport macht dick…

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…oder?

Eine Erkenntnis nach 14 Wochen WeightWatchers irritiert mich. Immer wenn ich auf den Spuren Pheidippides‘ wandele, werde ich wieder mehr. Ein Paradoxon? Nehmen wir nur mal die letzte Woche: Ich glaube, ich habe alles getan, der Welt mitzuteilen, wie stolz ich auf meinen ersten absolvierten Volkslauf war. 5.000 Meter – hätte man mir das vor einem halben Jahr prophezeit, hätte ich denjenigen hässlich als „nostradämlich“ beschimpft. Ich und Laufen. Niemals. Jetzt taumele ich stolz über die Zielline, ergänze den Wahnsinn noch mit dem Ruderporsche und ermüdlichen Situps, halte trotz Heißhungers mein Punktebudget ein, strebe zufriedenst gen WW-Waage und – erlebe mein persönliches Waterloo. 400 Gramm Tsunami. Ist zwar fast nix, aber gerade nach dieser Woche doch eine gewisse Niederlage. Meine Gedanken schweifen zurück. Erschrocken schaue ich mir meine bisherigen Wochenergebnisse an und finde meine Vermutung bestätigt: In allen Wochen, in denen ich tsunam, trieb ich überdurchschnittlich viel Spocht. Kann dem Erdmann mal eben jemand sagen, er solle diese tumben Wortspiele unterlassen? Danke.

Also, was ist das? Zufall oder Gesetz? Jetzt ist es Zeit für Mythen. „Das ist die wachsende Muskelmasse“, rufen die einen und werden von den anderen mit „Du glaubst auch jeden Quatsch!“ gemaßregelt. „Der Heißhunger“, sagen wieder andere. „Budget eingehalten, trotz Carboloading“, rechtfertigt sich der Betroffene. „Wasseransammlungen“, begründen Wissende die grammatischen Ereignisse. Spätestens hier ziehe ich mich schweigend zurück. Ist es das? Wasser? Bin ich ein einziges großes Ödem? Zugegeben, ich trinke zu wenig und manchmal auch zu viel. Aber was soll ich nun daraus folgern?

Keine Sorge, ich bin wegen 400 Gramm nicht suizidgefährdert. Auch schmeiße ich deswegen nicht mit Flinten um mich. Aber dass es zwischen meiner neuen läuferischen Leidenschaft und diesem Selbstversuch einen Konflikt zu geben scheint, sorgt mich etwas. Aber nur etwas, denn seit heute ist der angekündigte Blitzsommer eingekehrt und da geht’s rein in die Laufschuhe und raus in die Natur. Nee, lieber Körper, mit Deinem missgünstigen Boykott kommst Du nicht weit. Ich bin der Boss. Dass das ein für alle Mal klar ist!!!

Wie immer noch ein Wort zum letzten Treffen. Dieser Blog scheint sich durchzusetzen. Ich komme rein und schon kommen die Fragen: Wie war der Lauf? Was macht der linke Fuß? Hast Du Aldi Süd leer gekauft? Hat der Osterhase jetzt Urlaub? Ich lerne die „Leidensgenoss(inn)en“ immer besser kennen und sie wachsen mir langsam ans Herz. Die Coachinnen lassen nicht nach und motivieren mit Witz und guter Laune, dass es nur so eine Freude ist. Eigentlich wollte ich mich am letzten Dienstag mit ihnen verduzen, aber ich hab’s glatt vergessen. Na dann beim nächsten Mal. Und wenn dann nicht eine Auszeichnung fällig ist, dann…

P.S.: Bei der Suche nach einem passenden Bild für diesen Beitrag stieß ich auf zwei recht interessante Artikel. Zum Lesen einfach hier und hier klicken. Bin gespannt, was Ihr davon haltet. Ist das der Weisheit letzter Schluss?

6.549 Herzschläge verbrennen 793 kcal

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Es ist geschafft. Die Mauke war still und hat sich unheimlich brav benommen. Und ich sitze nun wieder vor meinem Computer. Etwas erschöpft, aber stolz wie Oskar. Weiß übrigens jemand, welcher Oskar in dieser Redewendung eigentlich gemeint ist? Ich nicht. Also, nun sitze ich hier und werte mit roten Ohren die Ergebnisse meiner Pulsuhr aus. Damit das auch jeder nachvollziehen kann, gibt’s heute ein paar Extrabilder. Einfach draufklicken, dann wird’s größer:

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Stark, was die Technik heute so zustandebringt, nicht wahr? Ja, und was sagt uns das jetzt? Folgendes:

1. Ich hatte mit 45 Minuten gerechnet und stolperte schon nach knapp 37 Minuten sabbernd ins Ziel.

2. Schaut Euch mal den irrsinnigen Endspurt an. Showeinlage fürs Fotofinish. Noch ein Herzschlag mehr, und ich wäre gestorben.

3. Ich habe so gut wie keine Gehpausen eingelegt. Na gut, ganz kurz am Krematorium (0:17), aus Pietät, und am Schlosspark (0:32), um die schönen Blumen anzuschauen.

4. Bei 0:31 hat mich ein Geisterläufer nach dem Weg gefragt, deshalb ging der Puls kurz runter. Nein, war’n Scherz. Der wahre Grund bleibt mir wohl für immer verborgen.

Nur schade, dass die Auswertung noch nicht im Internet veröffentlicht ist. Ich wüsste gerne meine offizielle Zeit und meine Platzierung. Aber eigentlich auch egal. Geschafft, das ist das was zählt. Aber am Anfang kam schon Frust auf, als mich spielende Kinder, geschobene Rollstühle und Nordic Rentner en masse überholten. Junge, was bin ich doch langsam. Aber dafür konnte ich mein Tempo so gut wie konstant halten. Pah! Und ich war danach noch so „fit“, dass ich noch meinen Chefs beim Start zum Halbmarathon zujubeln, ein sündhaft leckeres Grillsteak verdrücken und anschließend zur Messe in die BigBox watscheln konnte, um die lieben WW-Coachinnen dort zu besuchen.

Naja, jetzt kann ich mich nach all dem nudeligen Carboloading wieder voll und ganz auf WW konzentrieren. Sonst krieg ich am Dienstag noch Schimpfe. Ich will doch WW-Uhu werden. Und den vierten Stern. Und die 25-Pfund-Urkunde. Und mein Zielgewicht habe ich ganz frech jetzt mal auf Anfang September festgesetzt. Aber das ist eine andere, eine gaaanz lange, eine fast schon futuristische Geschichte, die ein andermal erzählt werden soll. Jetzt hänge ich mir erstmal meine Medaille um den Hals und nehm sie nie wieder ab. Na gut…


Nachtrag: Meine Zeit lautet 0:36:21. Und es waren noch drei männliche Läufer hinter mir. Ein U14, ein U18 und ein Ü60. Yippie. Ich war nicht der Letzte, sondern der Zweihundertfünfundsechzigste.

Mein linker Fuß oder Undank ist der Welten Lohn

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Ich wurde als zehntes von dreizehn Kindern einer irischen Familie geboren und war fast vollständig gelähmt… Halt! Halt! Ist ja Quatsch, ich wollte ja nicht die großartige Geschichte von Christy Brown erzählen, sondern von einem anderen linken Fuß berichten, nämlich dem meinen. Das Wort „linker“ ist hier durchaus doppeldeutig zu verstehen. Denn es geht zum einen um den Fuß, bei dem der große Zeh rechts ist und zum anderen um meinen hundsgemeinen, fiesen – eben linken – Fuß, den undankbaren.

Diese alte hinterhältige Gliedmaße maßt es sich an, einfach mal im ungünstigsten Moment Schmerzen zu produzieren. Dabei sollte der unwirsche Treter ob meiner Gewichtsabnahme eigentlich zufrieden sein. Denn – und das sei hier eingeschoben – am Dienstag erhielt ich diesen unheimlich handschmeichlerischen Schlüsselanhänger. Ich nenne ihn „Klimperklamper“, da er diesen hübschen Klang gemeinsam mit meinen Schlüsseln regelmäßig zum Besten gibt. Zehn Prozent habe ich nun abgenommen und nächste Woche werde ich hoffentlich auch nach WW-Maßstäben Uhu. Wenn alles gut läuft, sacke ich sogar noch Stern Nummer Vier ein.

Und was macht o Sohle mio? Schmerzt. Ist beleidigt, weil ich mich letzten Freitag erdreistete, 3000 Meter am Stück zu laufen. Seitdem möchte die blöde Mauke die Erde nicht mehr berühren. Wenn doch, sendet sie ein fieses Stechen vom Fußballen direkt ins Hirn. Was nun? Sonntag ist der große Lauf. Bis dahin muss das Gehwerkzeug sein altes inneres Gleichgewicht wiedergefunden haben. Sonst haben wir langfristig ein Problem miteinander. Drückt mir die Daumen, liebe Leser. Ich will an- und auftreten. Wär doch gelacht. Und wenn der linke Fuß link ist und streikt, dann tret ich ihm kräftig in den Ar… äh, in die Ferse. Das solltet Ihr Euch nicht entgehen lassen. Könnte eine lustige Slapstickeinlage werden. Ich bin übrigens der große Nichtmehrganzsodicke mit dem blauen „Norddeutsch“-Laufshirt – falls das nicht von meinem blau-gelben Arbeitgeberleibchen verdeckt wird. Wohlan! Anima Sana in Corpore Sano.

Ach, was ich noch erzählen wollte: Beim letzten Treffen antwortete eine Teilnehmerin auf die Frage, was ihr beim Abnehmen helfe: „Der Blog von Herrn Erdmann! Die Texte motivieren mich“. Ganz lieben Dank, Gina. Das tat wirklich gut…

Heißer Tipp Nr. 6:

+++ Warmer Wein +++

Wenn eine dieser unverfrorenen Rosé- oder Weißweinflaschen unerwartet in mein privates Heim eindringt, dann wird sie herzlos ins Wohnzimmerregal verbannt. Bei Raumtemperatur. Wenn ich dann – was ja erstaunlicherweise immer seltener vorkommt – vor der Glotze sitze und die Gelüste auf gut gekühlten Rebensaft mich ereilen, muss ich ihn erst herunterkühlen. Das kostet Zeit, in der mein Heißdurst meistens schon wieder verlischt. Denn auf zimmerwarmen Weiß- oder Roséwein steht ja bekanntlicherweise zu Recht die Todesstrafe.

Gerade fällt mir ein. Vielleicht sollte ich künftig den Rotwein in den Kühlschrank stellen. Könnte den selben Effekt haben, nur andersrum. Ach, ich bin aber auch ein plietsches Kerlchen.

Prime Time: Besser als Fernsehen…

Kühlschrank

Gestern habe ich die Strecke des gnadenlos näher kommenden Kemptener Stadtlaufes inspiziert. Will heißen, 5,4 Kilometer zügiges Gehen. 55 Minuten. Da ich nur unwesentlich schneller laufe, freue ich mich immer mehr auf die Blamage. Ich hör schon die Rufe der Streckenposten: „Ach, da kommt ja doch noch einer. Wollt‘ gerade Pause machen!“

Aber das stört mich nicht im Geringsten. Ganz im Gegenteil, ich kann ja gar nichts verlieren. Staunt ja eh jeder, dass ich überhaupt mitmache. Naja, wie auch immer. Gleich nach der Streckeninspektion ging’s weiter zum Discounter meines Vertrauens, wo ich Proviant für die nächste Woche erstand. Ich war ausgelaugt, müde und hungrig. Insbesondere Letzteres führte zu dem nachstehend aufgeführten Ergebnis. Jetzt hocke ich vor meinem vollen Kühlschrank und frage mich, was an diesem Einkauf wohl falsch war. Tief in mir ahne ich es zwar, aber ich will es von Euch hören. Das SteamCuisine-Gericht fraß ich übrigens dann gleich gestern abend auf. Sehr lecker, 17 PP und viel zu wenig.

Na, dann mach ich’s mir im Schneidersitz – der übrigens ganz langsam wieder funktioniert – noch ein wenig vor all den schönen Sachen gemütlich (ist besser als Fernsehen) und sinniere, was ich als nächstes daraus zaubern könnte. Tipps?

– Milder fettarmer Joghurt
– Kirschtomaten
– Himbeer-Apfel-Smoothie
– Mini-Mozarelli light
– Buttermilch
– Lachsschinken
– Schweinebratenaufschnitt
– Rindersaftschinken
– Maultaschen light (für den Schwabensalat)
– Prosciutto cotto
– Bio-Eier
– Kabeljaufilets
– Bio-Vollkornpasta
– Schweinefilet
– Äpfel
– Eichblattsalat
– Rote Paprika
– Schinkenwürfel light
– Bio-Garnelen
– Bärlauch
– Steam Cuisine-Fertiggericht „Thai Curry“
– Frische Champignons
– Hähnchenbrustfilet
– Kiwis
– Broccoli
– TK-Kaisergemüse
– Bananen
– 80%-Schokolade mit Mandelsplittern und Meersalz
– TK-Himbeeren
– Bio-Honig
– Grüner Tee mit Vanille
– Frische Heidelbeeren
– Roggenvollkornbrot mit Sonnenblumenkernen
– Cola Light
– Rioja DOC Rosado
– Stapelchips light

Der Osterhase meldet sich zu Wort – ein Interview

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Wo soll ich nur anfangen? Da ist man mal ein paar Tage offline und schon gibt’s so viel zu berichten. Für die Neugierigen zu allererst. Ich fraß. Ich fraß viel. Und ich lief. Ich lief viel. Resultat beim heutigen Wiegen: 100 Gramm Zunahme. Puh, gerade noch mit einem blauen Auge davon gekommen.

Aber kommen wir nun zu Wichtigerem. Ich hatte mich ja mit dem Osterhasen im Wald verabredet. Hier nun das ungeschnittene Interview über Logistik, Glaubensfragen und den Schlankheitswahn:

Der Weightwatcher: Herr Hase, es freut mich, dass Sie sich die Zeit für dieses kleine Exclusiv-Interview nehmen. Aber wie schaffen Sie das, gerade in der Go-Live-Phase Ihres alljährlichen Projektes derlei Termine wahrzunehmen?

O. Hase: [streicht sich süffisant über das Barthaar] Nun, das ist alles eine Frage der Logistik. Ein ausgeklügeltes System. Tut mir leid, dass ich gleich am Anfang dieses Gespräches eine Antwort aus Geheimhaltungsgründen ablehnen muss, aber Sie wissen ja, die Konkurrenz schläft nicht.

Der Weightwatcher: Ja, der Weihnachtsmann. Aber offen gesagt sehen Sie im Vergleich zu ihm recht ausgemergelt aus. Hat der Weißbärtige sein Geschäft besser im Griff?

O. Hase: „Economies of Scale“* ist hier das Stichwort. Schauen Sie mal, er bringt nicht nur Eier, sondern Geschenke von manchmal nahezu unschätzbarem Wert. Das erhöht natürlich seine Popularität und aufgrund der höheren Margen auch sein Investitionspotenzial. Der Mann in Rot verfügt über eine Armee von Wichteln, die ihm zur Hand gehen. Dazu kann er sich ganz andere Fortbewegungsmittel leisten. Beim neuesten Reindeer GTI tränen mir schon vor Neid die Augen. Sein System ist perfekt organisiert, da greift ein Rädchen ins andere.

Der Weightwatcher: Höre ich da eine gewisse Verbitterung heraus?

O. Hase: Ich kann nicht verleugnen, dass mein Geschäft sich eher suboptimal entwickelt.

Der Weightwatcher: Inwiefern? Glaubt niemand mehr an den Osterhasen?

O. Hase: Daran liegt es nicht. Ganz im Gegenteil, auch der Weihnachtsmann profitiert eher vom Kommerz. Man muss nicht glauben, um sich reich beschenken zu lassen. Nein, es liegt eher am Produkt. Sehen Sie, ich transportiere Eier. Hühnereier, Schokoladeneier, Geleeeier, Fondanteier und und und. Aber da gibt es eine internationale Bewegung, die mir mit geschliffen rhetorischer Propaganda das Geschäft verdirbt.

Der Weightwatcher: [errötet] Sie meinen die WeightWatchers.

O. Hase: Ganz recht. Diese Fanatiker belegen all meine Produkte mit Strafpunkten. Je süßer das Ei, desto höher die Punktzahl. Selbst Hühnereier werden zwar großzügig „gesunde Sattmacher“ genannt, aber auch dieses Naturprodukt wird angezählt. Das macht der Branche schon sehr zu schaffen. Und es werden immer mehr.

Der Weightwatcher: Aber kann Qualität nicht der Schlüssel sein, dieses Problem zu überwinden?

O. Hase: Hin und wieder werden auch die härtesten Revoluzzer bei feinstem Lübecker Marzipan oder edlem Cognac XO mal schwach, dann schlägt unsere Stunde. Aber das rettet nicht die Situation. Besonders die Uhus sind hartnäckig. Vom Aussterben bedroht – dass ich nicht lache.

Der Weightwatcher: Uhus?

O. Hase: Ja. Diese Standvögel sind unerbittlich. Sie vertreten die Ansicht, sie hätten mit weniger als hundert Kilogramm Eigengewicht bereits viel erreicht und fühlen sich als etwas Besseres. Sie sind leichter, wendiger und unberechenbarer als der Rest der Bewegung und verweigern sich jedweder Konsumhaltung, um ihre Position zu wahren.

Der Weightwatcher: Können Sie da mit ihren schlanken Strukturen nicht gegenhalten?

O. Hase: Ich weiß, worauf Sie hinaus wollen. Ich bin schnell, drahtig, topfit und muss mich nicht auf Reindeers und schwere Schlitten verlassen. Mir reichen meine Läufe und ein Weidenkorb auf dem Rücken. Wäre ich Mitglied der Bewegung, würde das sogar meine Konsumquote aufgrund ausgeklügelter Bonussysteme erhöhen. Aber was bringt mir das? [zögert] Was haben Sie da eigentlich in Ihrer Tüte?

Der Weightwatcher: [errötet erneut] Klamotten. Ich war heute Einkaufen und habe mir Hosen gekauft, da die alten nicht mehr passen. Von 40 auf 36, zwei Größen runter.

O. Hase: Da haben Sie’s. Trage ich Kleider? Wäre ich fülliger, wäre das allen egal. Ich würde sogar noch als niedlich bezeichnet werden. Aber bei Euch Menschen ist das anders. Und hier sind wir auch schon wieder beim Wettbewerber. Der dicke Mann mit dem weißen Bart muss sich nicht um die Abnehmerbewegung scheren. Statt Süßigkeiten liefert er dann eben die besagten Hosen aus. Ich habe nur meine verpönten Eier.

Der Weightwatcher: Welche Strategien entwickeln Sie, um diese Krise zu meistern?

O. Hase: Der einzige Weg führt über die Diversifizierung. Wir müssen umdenken. Wir forschen nach neuen Produkten, die von der Bewegung unangetastet bleiben und trotzdem in unsere logistische Gutstruktur passen. Eierpflaumen sind momentan ein Schwerpunkt unserer Entwicklung. Wir arbeiten daran, mehrfarbige Exemplare mit optimaler Rundung zu züchten. Auch mit Tomaten und Paprika gehen wir diesen Weg. Knackpunkte sind die eingeschränkte Haltbarkeit und die hohen Anforderungen an eine qualitätssichernde Lebensmittellogistik.

Der Weightwatcher: Herr Hase, ich danke für das Gespräch und wünsche Ihnen alles Gute für Ihren Forschungs- und Entwicklungsbereich.

O. Hase: Lassen Sie mich an dieser Stelle noch darauf hinweisen, wie gesund Eier sind. Geben Sie sich einen Ruck. Frohe Ostern!

*: wirtschaftlicher Größenvorteil (die Red.)

Running Star

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Jaja, ich weiß. Da wird mein Blog beim Treffen erwähnt und gerade dann hinke ich hinterher. Kaum lugt der Osterhase aus seinem Bau hervor, wird’s hektisch. Wo hab ich noch gleich die Eier versteckt? Hmmm…

Mit dem Dienstag war ich einverstanden. Wenn ich schon aufgrund dieses Selbstversuches keine 3-Sterne-Restaurants mehr von innen sehen darf (das „Aqua“ in Wolfsburg und das „La Vie“ in Osnabrück sind wirklich eine Reise wert), dann mach ich mir eben meinen eigenen 3-Sterne-Abend: 1,7 Kilo Abnahme führen zum vorösterlichen Zwischenstand von 102,3 kg brutto. Netto bin ich immer noch ein Uhu. Nur meinen Gürtel hätte ich zu Hause lassen sollen, die Gesamtabnahme lag nun bei 9,9 kg. Ihr lächerlichen, renitenten 100 Gramm. Wenn ich Euch erwische, wenn ihr euch wieder mal frech unter meiner faulen Haut versteckt, dann setzt es was mit dem Laufschuh!

Meinen dritten Stern widme ich Herbert Steffny. „Hä?“ steht jetzt in viele Lesergesichter geschrieben. „Wer issn das?“ Herbert Steffny ist ein Läufer. Und was für einer. Rekorde über Rekorde und bevorzugt Marathon. Er hat Joschka Fischer dünn und marathonreif gemacht und ein Buch geschrieben, das „die Bibel der Läufer“ genannt wird. Nun sind seine Trainingspläne meine Reiseunterlagen auf meinem Trip in enorme Herzfrequenzhöhen. Die Pulsuhr mit GPS piept zwar bei jedem Training wie blöde um mich darauf hinzuweisen, dass ich gleich sterben werde, aber drei Mal die Woche eine halbe Stunde (gute drei Kilometer) sollte schon auszuhalten sein. Ich Dösbaddel hab mich ja sogar beim Kemptener Brooks 5000 am 22.04. angemeldet. Na, ich werde mich irgendwo hinter den Rollator-Omas einreihen und gemütlich spazierenjoggen. Dabei sein ist ja bekanntlich vieles. Also lieber Herr Steffny, Sie sind schuld, dass ich gesünder werde. Das ist erhört, verschämt, möglich und verfroren. Darum danke ich Ihnen.

So, und nun, liebe Freunde, verabschiede ich mich in ein paar computerfreie Tage. Ich habe mit dem Osterhasen abgestimmt, dass ich ihn in seinem Wald besuche, um ein Interview mit ihm zu führen. Ich freue mich darauf, denn er hat bestimmt noch ein bis vier Sattmacher-Eier für mich. Und wenn nicht, gibt’s was hinter die Löffel. Buenos Aires allerseits.

Und hier noch der Link zur Website von Herbert Steffny. Dalli klick!

Neue WW-App: ImageCalc

ImageCalc

Das ist ja unheimlich! Gerade hat mir ein Freund, der gerade Urlaub in den USA macht, dieses Foto geschickt. Für eine größere Ansicht einfach draufklicken. Offensichtlich testet WeightWatchers dort gerade eine neue App, den ImageCalculator, kurz: ImageCalc. Er soll den WW-Mitgliedern das Herumrechnen ersparen, so dass sie sich voll und ganz auf Ernährung und Bewegung konzentrieren können.

Die Funktionsweise ist relativ einfach: Man schaltet die Kamera des Mobiltelefons ein und richtet sie auf ein Lebensmittel, egal ob es sich um eine frische Tomate, einen verpackten Schokoriegel oder ein saftiges Rindersteak handelt. Statt auf den Auslöser drückt man nun am Handy die „W“-Taste. Nun wird kein Foto erstellt, sondern das Display zeigt an, um welches Lebensmittel es sich handelt und wieviele ProPoints die fotografierte Menge hat. Über ein Kontextmenu kann man den Wert entweder in einer persönlichen Datenbank abspeichern oder direkt ins Tagebuch des Online-Assistenten übertragen lassen. Hierbei wird noch abgefragt, welcher Anteil an der fotografierten Menge ins Tagebuch einfließen sollen. Optional kann man im ImageCalculator eine Warnfunktion aktivieren. Sollte es sich um ein kritisches Lebensmittel handeln ertönt ein akustisches Signal und ein rotes Kreuz im Display. Gleichzeitig wird ein Alternativ-Lebensmittel angezeigt. Den glücklichen iPhone-Usern wird dies alles von der freundlichen Siri erklärt. Ein weiterer Zusatznutzen: Verbunden mit einer Navigationssoftware führt die App den Anwender zum nächstgelegenen WW-Treffen. Das ist besser als jede Hilfe-Funktion.

Der Test scheint recht positive Ergebnisse zu zeigen, denn „USA Today“ berichtet davon, dass die WW-Techniker schon an einem Add-On arbeiten, dass dann auch fertig zubereitete Speisen erkennt. Dieses soll am 1. April 2013 zum Download bereit stehen. Dann hat die Schätzerei in der Kantine, beim Lieblingsitaliener oder im Sterneschuppen endlich ein Ende.

Weiter so, liebe WeightWatchers-Forscher. Kann’s gar nicht erwarten, die deutsche Version auf meinen Blackberry zu laden.